August 23, 2019

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Azubi-Profiling soll vor unangenehmen Überraschungen schützen

Osnabrück - Im „Change Management“ von Unternehmen hat sich psychologisch fundiertes Profiling von Karriereanwärtern erfolgreich bewährt. Persönlichkeitstests und professionelle Datenanalysen zeigen, ob Kandidaten neben ihrem fachlichen Know-how auch die erforderlichen persönlichen Eigenschaften, wie zum Beispiel Durchsetzungsstärke oder Kommunikationsfähigkeit, für zukünftige Aufgaben mitbringen.

Noch neu auf dem Markt sind hingegen Tests, die gezielt auf Schulabsolventen und junge Jobeinsteiger abgestimmt sind. Professionell begleitet und in Unternehmen durchgeführt, können diese eine echte Hilfe für Ausbildungsbetriebe und Firmen, die Berufsanfänger einstellen. Denn in diesem Fall tappen nicht nur die Unternehmen bezüglich der Schlüsselqualifikationen im Dunklen, die wenigsten jungen Leute sind sich selbst über ihre Stärken im Klaren.

„Dabei sind die persönlichen Fähigkeiten und Neigungen bei der Berufswahl der entscheidende Faktor“, sagt die Unternehmensberaterin und zertifizierte Profilerin Andrea Bornhütter-Kassen. „Und zwar für beide Seiten: den Berufseinsteiger und den Arbeitgeber.“ Aus eigener Erfahrung in der Unternehmensführung und aus vielen Beratungsgesprächen sind Andrea Bornhütter-Kassen Probleme mit Bewerbern, denen Schlüsselqualifikationen für eine Tätigkeit fehlen, hinlänglich bekannt. Deshalb setzt sie sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. Barbara Schmidt-Prestin, ebenfalls langjährige Unternehmerin, für die Optimierung des Übergangsmanagements Schule-Beruf ein.

Ihr Konzept zum Teenager-Profiling ist weit mehr als ein Auswahlinstrument: „Der Test, professionell geführte Auswertungsgespräche sowie die Analyse sollen den Unternehmen konkrete Eckdaten zu den Potenzialen des Bewerbers aufzeigen“, erläutert Dr. Schmidt-Prestin das Verfahren. „Zudem lernt der Jugendliche während des Profilings seine eigenen Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten kennen.“ Und davon profitiert natürlich auch das Unternehmen. Denn wer sich nichts zutraut, ist unmotiviert und dauerhaft nicht erfolgreich. Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn kennt das Problem: „Wenn man den Jugendlichen sagt, dass sie diese oder jene Fähigkeit für einen Beruf benötigen, antworten sie zuerst: Das kann ich nicht.“ Dahinter verbirgt sich jedoch kein Desinteresse, sondern mangelndes Selbstbewusstsein, und zwar im Wortsinne. Und genau hier setzt das Profiling an.

Viele Personalabteilungen großer Unternehmen haben bereits ihre Einstellungsverfahren auf den wichtigen Zusammenhang zwischen persönlichen Fähigkeiten und Berufswahl abgestimmt. So setzt beispielsweise BASF Coatings in Münster auch für Ausbildungskandidaten Assessment Center und Eignungstests ein. „Wir möchten im Vorfeld herausfinden, ob sich die jungen Bewerber mit dem Unternehmen und ihrem zukünftigen Beruf identifizieren können“, sagt Gerlind Griese, Leiterin kaufmännische Ausbildung. „Es macht einfach keinen Sinn, zum Beispiel einen Bewerber mit großem naturwissenschaftlichem Interesse in der Buchhaltung auszubilden. Wer strikt gegen seine Neigungen arbeitet, wird kaum sein Leben lang im Beruf glücklich werden.“

Andrea Bornhütter-Kassen und Dr. Barbara Schmidt-Prestin sind überzeugt: „Die professionelle Begleitung junger Menschen beim Übergang in den Beruf wird in Zukunft immer wichtiger werden, besonders für kleine und mittlere Betriebe. Denn hier kann sich schon eine einzige Fehlbesetzung deutlich spürbar auf den gesamten Betriebsablauf auswirken.“ Und das können Unternehmen besser gleich im Vorfeld verhindern.

Freitag, 26. September 2008
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