Arbeitsmarkt: Krise trifft IHK-Bezirk unterschiedlich stark

Münster - Bislang hat die Wirtschafts- und Finanzkrise dem regionalen Jobgewinn des vergangenen Aufschwungs vergleichsweise wenig geschadet. Im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen mit Hauptsitz in Münster sind nur rund 13 Prozent des Beschäftigungsgewinns durch den Abschwung des vergangenen Jahres wieder verloren gegangen. Das teilte die IHK jetzt mit.

Von 2006 bis 2008 war die Zahl der Arbeitslosen in Nord-Westfalen um insgesamt rund 47.000 zurückgegangen. 2009 stieg die Zahl der Arbeitslosen zwar um insgesamt fast 6.000 an. „Doch verlief der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum tiefen konjunkturellen Einbruch bislang moderat“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing.

Insbesondere in der Emscher-Lippe-Region sind kaum negative Auswirkungen in der Gesamtbilanz zu sehen. Über die drei Aufschwungjahre hatte die IHK für diese Region einen Rückgang von knapp 20.000 Arbeitslosen errechnet. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen blieb seitdem im Jahresdurchschnitt unverändert bei rund 60.000.

Stärkere Spuren hat der Konjunktureinbruch hingegen im Münsterland hinterlassen. Nachdem die Arbeitslosenzahl während des Aufschwungs um fast 27.000 gesunken war, liegt sie dort im Jahresdurchschnitt 2009 wieder um fast 6.000 höher. Insgesamt waren 46.000 Arbeitslose registriert.

Während die Situation in der Stadt Münster weitgehend stabil ist, bekommen die Münsterland-Kreise die hohe Exportabhängigkeit ihrer Industrie zu spüren. Insbesondere die Kreise Warendorf und Borken sind betroffen, dort ist 2009 die Arbeitslosigkeit um etwa 20 Prozent gestiegen. „Durch Kurzarbeit und den Abbau von Arbeitszeiten konnte allerdings bislang Schlimmeres verhindert werden“, machte Schulte-Uebbing klar. Dennoch ist auch für das laufende Jahr nach Einschätzung der IHK ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Münsterland nicht auszuschließen.

Dienstag, 19. Januar 2010