December 16, 2019

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Hansa-BusinessPark: Bekenntnis zum Produktionsstandort Münster

Münster - Bevor Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe zusammen mit zahlreichen anderen Ehrengästen heute auf einem Stoppelfeld den Spaten in den zum Teil noch gefrorenen Boden gerammt hatte, deutete noch nicht viel auf das hin, was in den kommenden Monaten im Süden der Stadt entstehen soll: der Hansa-BusinessPark.

Mit dem obligatorischen ersten Spatenstich haben die Arbeiten am Hansa-BusinessPark begonnen.
Foto: Terhörst

54 Hektar soll es umfassen, das neue Industrie- und Gewerbegebiet im Ortsteil Amelsbüren. Allein die Erschließung des ersten Bauabschnitts kostet die Stadt rund 16 Millionen Euro. Geld, das laut Lewe gut angelegt ist: „Zu einer nachhaltigen Strukturpolitik gehört auch die Erschließung von Industrie- und Gewerbeflächen. Denn nur so schaffen wir die Voraussetzung für die Entstehung neuer Arbeitsplätze“, betonte Lewe in seiner Begrüßungsrede im Autohaus Wiesmann.

Die Ausstellungshalle des Autohändlers, die unmittelbar an das künftige Gewerbegebiet angrenzt, wurde für den ersten Spatenstich kurzerhand zur „Mehrzweckhalle Süd“, wie Lewe es nannte, umfunktioniert. Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Politik waren gekommen, um den offiziellen Baubeginn am Hansa-BusinessPark zu feiern. Im Frühjahr 2011 sollen dann die ersten Unternehmen ihre Arbeit am neuen Standort aufnehmen.

Die Frage, ob es sinnvoll ist in Zeiten wie diesen ein neues Gewerbegebiet in dieser Größe auszuweisen, beantwortete Lewe mit einem eindeutigen „ja“. Denn die Entscheidung für den Park ist ein deutliches Bekenntnis zum Produktionsstandort Münster. Eine reine Konzentration auf den Dienstleistungssektor soll es laut Lewe in der Westfalenmetropole nämlich nicht geben. „Es gibt heute Kommunen, in denen Wirtschafts- und Finanzdienstleister den Großteil des Gewerbes ausmachen. Wohin eine solche Endwicklung führen kann, hat uns die Finanzmarktkrise vor Augen geführt“, verdeutlichte der Oberbürgermeister. 

Dass Münster darüber hinaus einen zusätzlichen Bedarf an Gewerbeflächen hat, liegt aus seiner Sicht vor allem an den Rahmenbedingungen. So gehen Prognosen davon aus, dass die Stadt im Vergleich mit anderen Kommunen aufgrund ihrer hohen Lebensqualität auch wirtschaftlich gute Entwicklungschancen hat. Die Rechnung, die dahinter steckt, ist einfach: Städte und Gemeinden mit einer hohen Lebensqualität locken Fachkräfte an. Kommunen mit einer hohen Fachkräftedichte sind wiederum besonders interessant für Unternehmen, die diese Fachkräfte dringend benötigen. Münster mit seinem breit aufgestellten Einzelhandel, dem kulturellen und schulischen Angebot habe da laut Lewe einen erheblichen Standortvorteil.
 

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe verdeutlichte, welche Ziele die Stadt mit dem neuen Gewerbepark verfolgt.
Foto: Terhörst

„Dennoch dürfen wir nicht bei dem Erreichten stehen bleiben. Mit dem Hansa-BusinessPark stellen wir die Weichen für weiteres Wirtschaftswachstum in Münster, sodass wir unseren hohen Standard auch auf lange Sicht halten können“, erklärte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster (WFM), Dr. Thomas Robbers.

Die WFM koordiniert die Entwicklung des Gebietes und hat bereits jetzt, also gut ein Jahr vor der eigentlichen Eröffnung des Parks, sechs Gründstücke mit einer Gesamtfläche von circa zehn Hektar verkauft. Ein Grund für die gute Nachfrage ist laut Robbers der Standort in unmittelbarer Nähe zur A43 und zum Dortmund-Ems-Kanal. „Einen verkehrsgünstigen Standort wie diesen gibt es in Münster bislang noch nicht“, freute sich der Wirtschaftsförderer, der damit rechnet, dass im Hansa-BusinessPark 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Dabei wollen die Verantwortlichen in erster Linie Industriebetriebe anlocken. Denn gerade in diesem Segment habe die Stadt Münster mit einem Industrieanteil von 16 Prozent noch einen Nachholbedarf.

Robbers und Lewe räumten allerdings ein, dass es im Vorfeld durchaus auch Kritik an den Planungen gegeben habe. So hatte sich zum Beispiel die Umweltorganisation BUND kritisch zu Wort gemeldet. „Die Erschließung eines Gewerbegebietes ist immer auch eine enorme kommunikative Herausforderung. Daher freut es mich sehr, dass wir das Projekt trotz aller Kritik umsetzen konnten. Mein Dank gilt vor allem den Anwohnern, aber auch all jenen, die das möglich gemacht haben“, sagte Lewe.

Info:
Mit dem neuen Gewerbepark soll Münsters Süden nun auch verkehrstechnisch umstrukturiert werden. Ziel ist es, den Ortsteil Hiltrup zu entlasten und darüber hinaus über einen neuen Autobahnanschluss in Amelsbüren einen noch besseren Zugang zur A43 herzustellen. Dabei soll der Hansa-BusinessPark während des ersten Bauabschnitts zunächst an die bestehenden Verkehrswege angebunden werden. Dazu gehört auch eine neue Umschlagstelle für Schwergut am Dortmund-Ems-Kanal, der über Kanal- und Leitungssysteme mit dem Areal verbunden werden soll. Die Erschließungsarbeiten hatte die Stadt europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam die MBN Bau AG aus Georgsmarienhütte. Das Unternehmen hatte sich gegen zehn Mitbewerber durchgesetzt.
 

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Von MichaelTerhörst Mittwoch, 20. Januar 2010
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