August 18, 2019

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Bissige Kritik und gute Zahlen

Velen - Eine Mischung aus bissiger Kritik und guten Zahlen präsentierte der Vorstand der VR-Bank Westmünsterland auf der Bilanzpressekonferenz der Bank in Velen. Obwohl die in den Kreisen Borken und Coesfeld ansässige Genossenschaftsbank für 2010 ein weiteres Rekordergebnis vorzuweisen hatte, war der Vorstandsvorsitzende, Dr. Wolfgang Baecker, nicht nur in Feierlaune.

Haben die Ergebnisse der VR-Bank vorgestellt (von links): Berthold te Vrügt, Dr. Wolfgang Baecker und Georg Kremerskothen.
Foto: Terhörst

„Über einen Wust an neuen Regulierungen hat sich die Politik im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise alles andere als mittelstandsfreundlich positioniert. Das Verursacherprinzip gilt schon lange nicht mehr. Während sich die großen Konzerne, die die Krise mitzuverantworten haben, aus der Affäre stehlen können, treffen die neuen Regeln den Mittelstand mit aller Härte“, ärgerte sich Baecker.

Als Beispiel nannte er die Bankenabgabe, die allein bei der VR-Bank jährlich voraussichtlich mit über 200.000 Euro zu Buche schlägt. Geld, das nun nicht mehr dem Eigenkapital zugeführt werden kann. „Da das Eigenkapital mit Blick auf den Deckungsbeitrag bei der Kreditvergabe eine wichtige Rolle spielt, können wir natürlich weniger Kredite vergeben. Auch diese unsinnige Regelung trifft letztlich wieder den Mittelstand und das werden wir nicht länger hinnehmen“, stellte der Vorstandsvorsitzende klar. Die VR-Bank jedenfalls werde sich wehren und gegen die Bankenabgabe klagen.

Auch die beschlossenen Basel-III-Regelungen, die von den Banken ab 2019 eine höhere Eigenkapitalquote fordern, quittierte Baecker mit einem Kopfschütteln. Zur Erläuterung: Banken, die bisher einen 100.000-Euro-Kredit mit 8.000 Euro Eigenkapital decken mussten, müssen ab 2019 für den gleichen Kredit 10.500 Euro Eigenkapital gegenüberstellen können. Baecker war sich sicher, dass es einige Banken gibt – kleinere und große – die das nicht leisten können. Die Folgen wären eine Marktbereinigung und wiederum weniger Kreditvergaben. Eine Entwicklung, die die VR-Bank selbst laut Backer aber nicht treffen wird: „Der Mittelstand wird künftig aber schon genau hinschauen müssen, mit wem er seine Geldgeschäfte macht“, riet der Banker, nicht ohne darauf zu verweisen, dass die VR-Bank mit aktuell zehn Prozent Eigenkapital schon heute die Basel-III-Kriterien erfülle.

Dr. Wolfgang Baecker (links) war auf der Bilanzpressekonferenz der VR-Bank nicht nur in Feierlaune ...
Foto: Terhörst

Allen Regulierungen zum Trotz erreichte die VR-Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr ein „sehr gutes Ergebnis“, bilanzierte Vorstandsmitglied Georg Kremerskothen. Das Kundengeschäftsvolumen ist um 6,7 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro angewachsen. Das Kreditgeschäft konnte die Genossenschaftsbank um 7,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro ausbauen, während die Kundenanlagen um sieben Prozent auf 1,9 Milliarden Euro anstiegen. Entsprechend entwickelte sich auch die Bilanzsumme der VR-Bank, die um 60 Millionen Euro (plus 3,6 Prozent) bei 1,3 Milliarden Euro und somit über dem Wert von 2009 lag.  

Dass die VR-Bank wieder einmal steigende Zahlen vorlegen konnte, lag nach Angaben des Vorstandes nicht zuletzt an den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Region. So geht der Anstieg im Kreditgeschäft laut Kremerskothen zu 60 Prozent auf das Konto der Unternehmen, die nach der Krise wieder verstärkt investiert haben. 248 Millionen Euro (plus 7,7 Prozent) hat die Genossenschaftsbank an die Betriebe vor Ort vergeben –  41 Millionen Euro davon allein an Neukunden. Zum Vergleich: Deutschlandweit stiegen die Kredite an Unernehmen nur um 0,9 Prozent. Dieser positive Trend setzte sich bei den Förderkrediten fort. 110 Millionen Euro (plus 33 Prozent) hat die VR-Bank von KfW und NRW-Bank an die Wirtschaft in der Region vermittelt. „Das Ergebnis zeigt, dass unsere Kunden uns Vertrauen“,  freute sich das Vorstandsmitglied.

Erfreut zeigte sich der Vorstand auch mit Blick auf die Effizienz: Während die der VR-Bank 2009 noch 75,3 Cent aufwenden musste, um einen Euro zu verdienen, waren es im abgelaufenen Jahr nur 69,8 Cent.

Unterm Strich kam so ein Geschäftsergebnis von 12,2 Millionen Euro zustande. „Vor diesem Hintergrund werden wir eine Dividende von fünf und eine Bonusdividende von zwei Prozent ausschütten. Außerdem werden wir mit dem Gewinn einmal mehr unsere Rücklagen stärken“, betonte Kremerskothen.

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Mittwoch, 19. Januar 2011
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