August 24, 2019

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Mehr Licht ins Riester-Dunkel bringen

Dülmen - Wer sich in Deutschland zum Thema Altersvorsorge beraten lässt, kommt um das Stichwort „Riester“ kaum herum. Der Mann hinter dem Stichwort war jetzt zu Gast bei der VR-Bank Westmünsterland in Dülmen. Sein Anliegen: Mehr Licht ins allgemeine Riester-Dunkel bringen.

Georg Kremerskothen (links) und Dr. Wolfgang Baecker (rechts) begrüßten Walter Riester in Dülmen.
Foto: Terhörst

„Generell haben die Menschen einen enormen Beratungsbedarf, wenn es um Fragen der Altersvorsorge geht. Am Stammtisch meint zwar jeder, sich gut auszukennen, die Erfahrung zeigt aber, dass immer noch viele Missverständnisse die Runde machen“, verdeutlichte der Vater des Zusatzrentenmodells, Walter Riester.

Heute, gut zehn Jahre nach Einführung seiner Erfindung, „riestern“ zwar mehr als 14 Millionen Menschen in Deutschland, aber längst nicht jeder hole dabei auch die bestmöglichen Förderungen und Vergünstigungen für sich heraus, räumte der ehemalige Politiker ein.

„Das ist der Grund, warum wir unsere Berater permanent auf diesem Feld schulen. Die Altersvorsorge ist aus unserer Sicht ein Thema, das wirklich jeder rechtzeitig angehen sollte. Aber leider glauben fälschlicherweise immer noch viele Menschen, dass die Absicherung wie der Strom aus der Steckdose kommt“, nannte der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank, Dr. Wolfang Baecker, eines der Hauptprobleme.

Gegen das bezieht auch der Bundesarbeitsminister a. D heute noch aktiv Stellung. Als unabhängiges Aufsichtsratsmitglied der Union Investment, aber auch auf Einladung interessierter Staaten wie Spanien oder China, wirbt er weiterhin für sein Modell und erklärt die Feinheiten. Sein Ziel sei es, mit den Missverständnissen aufzuräumen, die es rund um das Thema gebe, sagte Riester.

Walter Riester erklärte die Feinheiten seines Modells.
Foto: Terhörst

Als Beispiel nannte er die oftmals geäußerte Kritik, dass die Riester-Rente für die ärmeren Bevölkerungsschichten nicht geeignet sei. „Das ist ein Vorurteil, das man immer wieder hört. Dabei ist das Modell von Beginn an so angelegt gewesen, dass es sich wirklich jeder leisten kann und es für alle Bevölkerungsschichten vom Aufstocker bis zum Top-Verdiener sinnvoll ist. Störfeuer aus den Medien tragen aber leider dazu bei, die Menschen weiter zu verunsichern“, kritisierte Riester.

Dass das Modell in einem Punkt aber durchaus noch ausbaufähig ist, räumte der Namensgeber durchaus ein. Denn nach wie vor sind selbstständige Unternehmer von den Riester-Möglichkeiten ausgeschlossen. Ein blinder Fleck, der laut Riester letztlich politische Hintergründe hat. „Ich wollte damals, dass wirklich alle mitmachen können. Im Bund war mein Modell dann aber, trotz großen Zuspruchs, letztlich nur als Zusatzrente für Rentenversicherungspflichtige umsetzbar. Und so fallen die Unternehmer leider bis heute raus“, bedauerte der ehemalige Bundesarbeitsminister.

Vor allem Kleinunternehmer und jene, die sich aus der Not heraus selbstständig machen, haben aus seiner Sicht in Sachen Altersvorsorge oft erheblichen Nachholbedarf, sodass bisweilen sogar die Altersarmut drohe. Eine Einbindung in das staatlich geförderte Zusatzrentenmodell ist für den ehemaligen Politiker daher nur sinnvoll und mittelfristig auch wahrscheinlich. Denkbar ist aus seiner Sicht ein offeneres System, in dem jeder, zum Beispiel mit dem Eintritt ins Arbeitsleben, ein Anrecht auf die Riester-Förderung hat. 

Info:
Die VR-Bank Westmünsterland hatte Walter Riester nicht nur für öffentliche Termine in die Region geholt. Im Rahmen einer internen Schulung hatte das Union-Investment-Aufsichtsratmitglied darüber hinaus die Berater der Bank mit Blick auf die Altersvorsorgeberatung geschult und zertifiziert.

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Von Michael Terhörst Dienstag, 18. Oktober 2011
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