Wed Feb 20 10:42:41 CET 2019

Merkliste

Lesenswert
Hygiene oberstes Gebot

Egal, ob es die Schweinegrippe ist oder Influenza. Zum Winter ist die Gesundheit der Mitarbeiter eines Unternehmens ein besonders hohes ...  

Genehmigungsverfahren: zu kompliziert und langwierig?

Wer schon einmal einen Genehmigungs- oder Änderungsantrag für eine Anlage gestellt hat, die unter das Bundesimmissionsschutzgesetz ...  

Schutz vor SPAM: Das ist wichtig

SPAM - sie sind nervig und zumeist unerwünscht, sie behindern die Alltagsarbeit in den Unternehmen. Im Jahr können die Spammer damit ...  

Wenn Arbeit krank macht

Im Arbeitsalltag fallen sie zunächst fast nie negativ auf. Im Gegenteil: Sie wirken engagiert, motiviert und auch die eine oder andere ...  

Verjährungsfalle Gewährleistungsbürgschaft

Eigentlich sollte die Gewährleistungsbürgschaft eine sichere Angelegenheit sein. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Otto Lieber von der ...  

Zeigen, was man hat – aber wie?

Jeder kennt sie. Kaum einer will sie. Aber viele brauchen sie, denn wirklich alle lassen sich – bewusst oder unbewusst – von ihr ...  

Motivation ohne Incentives – geht das?

Die Motivation ihrer Mitarbeiter liegt vielen Unternehmern am Herzen. Die Frage lautet aber immer wieder: Wie motiviere ich meine ...  

Internet-Werberecht: Das sind die Fallen

Immer mehr Unternehmen nutzen das Internet, um für sich, ihre Produkte und Dienstleistungen zu werben, oder um online Waren zu ...  

Ein schmaler Grat

Stadtlohn - Sie tun es alle, egal, ob Chef oder Angestellter, ob Handwerker oder Bürohengst, ob Millionär oder Ein-Euro-Jobber. Sie ...  

Zwischen den Stühlen

Sie sollen ihren „Laden“ im Griff haben, das Beste aus ihren Mitarbeitern herausholen und somit maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens ...  

Bilanzieren Sie Ihre Kreativität

Die kontinuierliche Verbesserung der unternehmerischen Strukturen, der eigenen Produkte und Dienstleistungen ist für den Erhalt der ...  

Existenzgründung will auch steuerlich gut durchdacht sein

Das Interesse am Thema „Existenzgründung“ ist nach wie vor groß, gute Ideen sind vorhanden. Dass der Weg in die Unternehmerschaft aber ...  

Generationenwechsel aus Nachfolgersicht

Die Sicherung der Unternehmensnachfolge gehört zu den wichtigsten unternehmerischen Herausforderungen. Über die Kernaussagen einer ...  

Verlustausgleich: zwischen Freud und Leid

Ein Unternehmer zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er Initiative ergreift und das Risiko seiner Tätigkeit trägt. Doch wer viel ...  

Vorsicht, Insolvenzfalle

Geht ein Unternehmen in die Insolvenz, erhalten immer häufiger auch Werkunternehmer, die mit dem insolventen Auftraggeber ...  

Tipps für den „Steuerdschungel“

Das deutsche Steuerrecht ändert sich rasant. Aufgrund der zahlreichen Klageverfahren bei Finanzgerichten oder beim Bundesfinanzhof ...  

Chancen in den Niederlanden erkennen und nutzen

Für deutsche Unternehmen gibt es eine Vielzahl guter Gründe, auf dem niederländischen Nachbarmarkt grenzüberschreitend tätig zu werden. ...  

Chaos auf dem Bau: Das muss der Handwerker beachten

Ein Hauptproblem am Bau ist der immer bestehende Zeitdruck. Viel zu häufig versprechen der Architekt oder das Bauplanungsbüro dem ...  

„Klein, aber immerhin schwarz“

Greven – Die 2011 eingeführte Luftverkehrssteuer und die daraus folgenden Sparprogramme diverser Airlines – wie zum Beispiel Air Berlin – haben beim Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) im vergangenen Jahr nachhaltige Spuren hinterlassen. Zwar gingen die Fluggastzahlen insgesamt nur leicht um 0,7 Prozent zurück und erreichten mit 1,33 Millionen Passagieren nahezu den Vorjahreswert. FMO-Chef Professor Gerd Stöwer machte auf der Jahrespressekonferenz in Greven aber klar, dass dem FMO im laufenden Jahr ein Fluggastrückgang von 15 Prozent drohe, wenn die weggefallenen Strecken von Air Berlin nicht zeitnah ersetzt werden können.

Ist zufrieden mit dem wirtschaftlichen Ergebnis 2011, rechnet im laufenden Jahr aber mit rückläufigen Zahlen: FMO-Chef Professor Gerd Stöwer
Foto: Wittenberg

Die Fluggesellschaft hatte im Zuge ihres Sparprogramms „shape & size“ zum Winterflugplan unrentable Flüge – darunter die Verbindungen von Greven nach Wien, London und Sylt – gestrichen und damit die Fluggastzahlen der Grevener maßgeblich „ausgedünnt“. Auch die Fluggesellschaft Jetisfaction hatte den Flugbetrieb im Herbst 2011 eingestellt und damit die Verbindungen nach Zürich, Posen und Breslau vom FMO aus eingefroren. „Bis zu den Sparprogrammen war die Entwicklung der Fluggastzahlen im Sommer sogar noch sehr positiv. Allerdings sind wir nicht der einzige Flughafen, der rückläufige Fluggastzahlen festgestellt hat. Andere Airports haben sogar einen wesentlich höheren Rückgang verzeichnet“, betonte Stöwer und bezog sich auf eine aktuelle Studie des deutschen Flughafenverbands ADV. Danach sind die Passagierzahlen zwar bundesweit um fünf Prozent gestiegen. Ein Plus verzeichneten allerdings überwiegend die großen Flughäfen. Zwei Drittel aller Flughäfen weisen stagnierende oder rückläufige Fluggastzahlen aus. „Derzeit durchlebt die Branche eine sehr ungleiche Entwicklung“, fasste Stöwer zusammen.

Der Flughafenchef führte das auf die Luftverkehrssteuer zurück, die Anfang des vergangenen Jahres in Kraft getreten ist und bei den Fluggesellschaften höhere Belastungen verursacht habe.  Im Zuge dessen übertrugen sie die steigenden Kosten auf die Tickets und damit auf die Fluggäste. Die Folge: Die Passagiere blieben aus und Airlines zogen unrentable Flüge zurück – wie auch im Fall von Air Berlin – und nahmen neue Strecken erst gar nicht auf. „Das hat vor allem kleinere, regionale Flughäfen wie den FMO getroffen“, erklärte Stöwer, der die Steuer als „systemfremd“ kritisierte. „Wir haben schon damals vor der Einführung gewarnt, welchen Schaden die Luftverkehrssteuer anrichten kann. In den Niederlanden wurde sie 2009 eingeführt und schon ein Jahr später wieder abgeschafft, da sie den Fluggesellschaften und -häfen mehr geschadet als dass sie Steuerlöcher gestopft hat“, machte Stöwer klar. Die Luftverkehrssteuer führe in Deutschland derzeit zur Re-Konzentration der Airlines auf größere Flughäfen. „Diese Marktentwicklung macht es auf die Dauer für kleine und mittelgroße Airports schwer“, verdeutlichte Stöwer. Umso mehr erhofft er sich ein Umdenken des Gesetzgebers, der Mitte 2012 die Steuer evaluieren will.

Zufrieden mit wirtschaftlichem Ergebnis

Weitaus zufriedener blickt der Flughafen-Chef auf die wirtschaftlichen Zahlen des FMO zurück. Nach einem vorläufigen, noch nicht testierten Ergebnis schließt der Grevener Airport 2011 mit einem Jahresüberschuss von knapp 10.000 Euro ab. „Die Zahl ist zwar klein, aber immerhin ‚schwarz’. Damit haben wir unser wirtschaftliches Ziel 2011 erreicht“, betonte Stöwer. Das operative Ergebnis liegt bei über acht Millionen Euro und hat damit den bisherigen Spitzenwert in der Geschichte des FMO von 2002 übertroffen. „Mit Blick auf das wirtschaftliche Ergebnis stimmt unsere Performance im vergangenen Jahr“, fasste Stöwer zusammen. Klar sei aber auch, dass dieses Ergebnis aufgrund der aktuellen Marktentwicklung im laufenden Jahr nicht zu wiederholen ist.

2012 erwartet der FMO-Geschäftsführer für seinen Airport deshalb ein „schwieriges Jahr“. Das Sparprogramm von Air Berlin trifft den Flughafen dann erstmals ganzjährig, außerdem hat die Fluggesellschaft Cyrrus Airlines im Zuge ihrer Insolvenz Ende Januar 2012 den Flugbetrieb eingestellt und damit auch die Verbindung von Greven nach Stuttgart aufgehoben. „Ein Ersatz der weggefallenen Strecken ist im derzeitigen Marktumfeld kurzfristig nur mit Low-Cost-Carriern möglich“, erklärte Stöwer. Angesichts der aktuell erreichbaren finanziellen Konditionen mit den Billigfliegern haben Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat sich in Greven bislang aber gegen den Einsatz von den „Billigfliegern“ entschieden. Die zahlen nämlich nur geringe Gebühren, sodass dem FMO ein Verlust im zweistelligen Millionenbereich drohen würde. „Dieses Risiko können und wollen wir als Gesellschafter nicht eingehen“, machte Münsters Oberbürgermeister und gleichzeitig Vorsitzender des FMO-Aufsichtsrates, Markus Lewe, klar. Er räumte aber ein, dass sich die Billigflieger zweifelsohne positiv auf den Flughafenbetrieb auswirken könnten: „Neue Flugziele, Fluggastwachstum und eine Belebung des Standorts sind Effekte, die wir nicht außer Acht lassen dürfen“, erklärte er. Daher laufen die Gespräche mit den Billigfliegern auch weiter, um zu prüfen, „ob nicht doch noch akzeptable Bedingungen erreicht werden können“.

Trotz der „Durststrecke“, die der FMO derzeit durchlaufe, ist Lewe von der Qualität und den mittel- bis langfristigen Potenzialen das Airports überzeugt: „Der FMO hat eine herausragende Bedeutung für die Region und ist mit dem direkten Autobahnschluss ein wichtiger Knotenpunkt für Tourismus und Verkehr. Zudem ist der FMO Arbeitsplatz für rund 3.000 Menschen.“ An der Zahl der Arbeitnehmer wollen die Betreiber übrigens trotz aller Turbulenzen auf dem Markt auch 2012 nicht rütteln. „Jeder hat einen sicheren Job“, betonte FMO-Chef Stöwer.

Ein Projekt, das der Grevener Flughafen auch im laufenden Jahr weiter verfolgen will, ist der geplante Ausbau der Start- und Landebahn. Der FMO hatte sich im vergangenen Jahr mit dem Deutscher Naturschutzbund, der gegen den Ausbau geklagt hat, auf eine Verlängerung auf 3.000 Meter und eine Verlagerung des unter Naturschutz stehenden Eltingmühlenbachs um die verlängerte Startbahn herum geeinigt. Nach diesem Kompromiss wird es nun ein Planänderungsverfahren geben, in dem die Veränderungen gegenüber der ursprünglichen Planung überprüft werden. Die Flughafengesellschaft will im laufenden Jahr alle dafür erforderlichen Pläne und Gutachten erstellen lassen und diese Anfang 2013 der zuständigen Planfeststellungsbehörde vorlegen. „Auch wenn der FMO derzeit eine schwierige Phase durchläuft, müssen wir uns bereits heute für die Zukunft fit machen. Aktuelle wissenschaftliche Prognosen bestätigen, dass der Luftverkehr weltweit stark anwachsen wird. Wenn wir dabei nicht mitwachsen, fallen wir zurück“, betonte Stöwer.

Info:
2011 wurden am FMO in der Luftfracht wurden 16.022 Tonnen Ware umgeschlagen. Das sind drei Prozent weniger als im Vorjahr und das zweitbeste Ergebnis in der FMO-Geschichte. Der touristische Verkehr entwickelte sich mit einem Plus von drei Prozent positiv, während der Linienflugverkehr um 4,5 Prozent zurückging.

Von Anja Wittenberg Montag, 6. Februar 2012
Drucken Versenden Kommentar an Autor Permalink Merken