May 23, 2019

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Volle Auftragsbücher und Fachkräftemangel

Rheine - Einen Einblick in die aktuelle Lage des Handwerks in ihren Kreisen haben gestern (14. Februar) die Verantwortlichen der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf in Rheine gegeben. „Grundsätzlich geht es dem Handwerk in der Region zurzeit sehr gut“, bilanzierte Hauptgeschäftsführer Frank Tischner. Dass es aber durchaus noch einige Herausforderungen zu meistern gibt, wollten er und seine Kollegen aus der Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft nicht verschweigen.

Gaben zusammen einen Einblick in die Lage des Handwerks in den Kreisen Steinfurt und Warendorf (von links): Walter Liebegut (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft), Frank Tischner (Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft), Ulla Finger-Rumens (stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Kreishandwerkerschaft) und Hermann Goecke (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft).
Foto: Terhörst

Die ersten 100 Tage im Amt standen für den neuen Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf ganz im Zeichen des Aufschwungs. Die allgemein günstige Konjunkturlage, aber auch der anhaltende Trend zum Eigenheim mit allen dazugehörigen Investitionen bescherten dem Handwerk in der Region in den vergangenen Monaten allerdings nicht nur volle Auftragsbücher. Sie führten auch dazu, dass Frank Tischner ein Wort ganz besonders oft zu hören bekam: „Fachkräftemangel“. „Das ist ein Problem, mit dem unsere Betriebe zu kämpfen haben und dem auch wir uns als Kreishandwerkerschaft stellen müssen“, räumte er im Rahmen eines Pressegespräches ein.

Gute Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, aber auch durchschnittlich vergleichsweise geringe wirtschaftliche Schwankungen machen das Handwerk aus seiner Sicht im Kampf um die besten Köpfe jedoch durchaus konkurrenzfähig. „Wer einen Beruf im Handwerk erlernt, schafft sich langfristig ein sicheres und auch ausbaufähiges Fundament für die Zukunft“, betonte Tischner, der dieses Image nun noch stärker in die Öffentlichkeit tragen will.

Denn Fakt ist auch: Um einige Handwerksberufe machen die Jugendlichen nach wie vor einen Bogen. Während Berufe wie der Kfz-Mechatroniker bei den Jugendlichen hoch im Kurs stehen, haben zum Beispiel Bäckerei- oder Fleischereibetriebe zunehmend Probleme, geeigneten Nachwuchs zu finden. Öffentlichkeitsarbeit allein reicht da in der Regel nicht aus. Und so werden laut Ulla Finger-Rumens zurzeit immer mehr Unternehmen in den Kreisen Steinfurt und Warendorf selbst aktiv, um geeigneten Nachwuchs zu bekommen. „Viele unserer Betreibe bemühen sich heute deutlich früher um mögliche Bewerber. Sie arbeiten enger mit den Schulen zusammen und versuchen, potenzielle Auszubildende durch Praktika frühzeitig kennenzulernen. Tatsächlich ist es außerdem so, dass viele Chefs sogar hinsichtlich der Schulnoten Abstriche machen. Es ist ihnen viel wichtiger, dass jemand engagiert ist und gut ins Team passt“, verdeutlichte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, die dieses Engagement gern begleitet. 

Eine wichtige Aufgabe sei es für die Kreishandwerkerschaft darüber hinaus in diesem Kontext, die Unternehmen durch gezielte Aus- und Fortbildungsprogramme dabei zu unterstützen, Jugendliche, die bislang als nicht ausbildungsfähig galten, „fit für die Ausbildung“ zu machen. Aber auch andere „schlummernde Potenziale“ sollen künftig noch gezielter geweckt werden. Im Fokus stehen dabei unter anderem ältere Erwerbslose oder Frauen, die nach der Elternzeit keinen Wiedereinstieg ins Berufsleben gefunden haben.

Vor diesem Hintergrund hat die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf allein im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Euro an ihren vier Standorten investiert. Ein Großteil des Geldes floss in die Ausbildungswerkstätten. „Die Technik im Handwerk ist ständig im Wandel und dem müssen wir natürlich auch in unseren Werkstätten Rechnung tragen“, verdeutlichte Tischner.

Von Michael Terhörst Mittwoch, 15. Februar 2012
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