August 18, 2019

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Die Fähigkeit zur Resilienz

Velen – „Unsere Fähigkeit zur Resilienz hat maßgeblich dazu beigetragen, dass 2016 trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein starkes Jahr war.“ Das betonte der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Westmünsterland, Dr. Wolfgang Baecker, heute (13. Januar) bei der Bilanzpressekonferenz der Genossenschaftsbank im SportSchloss in Velen. Zum siebten Mal in Folge hat die Bank ein Rekord-Ergebnis erzielt. Die Bilanzsumme belief sich auf 2,4 Milliarden Euro (plus 2,6 Prozent).

Der Vorstand der VR-Bank Westmünsterland zog Bilanz für 2016 (von links): Georg Kremerskothen, Matthias Entrup, Dr. Wolfgang Baecker (Vorstandsvorsitzender) und Berthold te Vrügt.
Foto: Wittenberg

„Wir haben unseren Erfolgskurs fortgesetzt und dabei sogar zwei neue Bestmarken erzielt“, erklärte Baecker. Zum einen habe das operative Jahresergebnis der VR-Bank erstmals die Marke von 20 Millionen Euro geknackt. Zum anderen habe sich aufgrund einer Aktualisierung in der Bewertung einer Langfrist-Beteiligung ein außerordentlicher Ertrag von rund 14,8 Millionen Euro ergeben. „Beides zusammen führt zu einem Ausweis von 34,8 Millionen Euro an Erträgen. Darauf sind wir stolz, denn sie stärken weiter unsere Möglichkeiten für die Zukunft“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Der Gewinn soll auch den knapp 47.000 Mitgliedern zugutekommen: Sechs Prozent Dividende will die VR-Bank an ihre Mitglieder ausschütten.

Grund für den gestiegenen operativen Gewinn war vor allem das höhere Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr: Die VR-Bank Westmünsterland hat ihr Kundengeschäftsvolumen um 111 Millionen Euro auf knapp 4,7 Milliarden Euro gesteigert – das ist ein Plus von 2,4 Prozent. „Damit sind wir sehr zufrieden“, resümierte Baecker. Gleichzeitig verlieh die Bank 516 Millionen Euro an neuen Krediten, sodass das die Kreditausleihungen in der Summe bei 2,3 Milliarden Euro (plus 3,1 Prozent) lagen. Die Neukreditvergabe blieb dabei im Schnitt der vergangenen drei Jahre konstant, der Bestand an Förderkrediten für Wohnbau, Landwirtschaft und Gewerbe stieg insgesamt um 6,2 Prozent. „Im Westmünsterland wird weiter investiert, allerdings primär in Immobilien und regenerative Projekte wie Windkraftanlagen. Der Bauboom hält angesichts der Niedrigzinsphase an. Investitionen in die Digitalisierung sind noch rar“, merkte Baecker an.

Dr. Wolfgang Baecker fand deutliche Wort für die europäische Geldpolitik.
Foto: Wittenberg

Den hohen Bestand an Kundeneinlagen aus 2015 hat die VR-Bank Westmünsterland im vergangenen Jahr ebenfalls weiter ausgebaut. Er stieg um 25 Millionen Euro (1,7 Prozent) auf 1,5 Milliarden Euro. „Auffällig ist dabei, dass das Wachstum ausschließlich im Privatkundenbereich erfolgte, während Firmenkunden ihre Einlagen umgehend für Investitionen genutzt haben“, erläuterte der Bank-Chef. Insgesamt verwaltet das Institut mit Hauptsitz in Coesfeld Kundengeldanlagen im Wert von 2,4 Milliarden Euro. „Die Kunden investieren stärker in Wertpapier- und Fondsanlagen, was aufgrund des aktuellen Zinsniveaus ja auch richtig ist. Viele Privatkunden parken ihr Erspartes allerdings immer noch in Tagesgeldern und auf Sparkonten. Jeder Kunde verliert aktuell auf seinem Sparbuch jeden Tag Geld, weil die Inflation sein Geld entwertet und es für ihn keinen Ausgleich über den Zins gibt. Der Sparer verliert, während die verschuldeten Staaten profitieren“, fand Baecker deutliche Worte für die europäische Geldpolitik. Die VR-Bank will daher vermehrt in die Wertpapierberatung investieren. 2016 besuchten die aktuell 382 Mitarbeiter, darunter 36 Auszubildende, mehr als 1.400 Seminartage im Bereich Beratung.

Die „starken Zahlen“ für 2016 habe sich die VR-Bank langfristig erarbeitet. Aus Sicht des Vorstandsvorsitzenden lag das vor allem an vier Faktoren: „Die Wirtschaft im Westmünsterland ist stark aufgestellt, wir sind als Bank stark unterwegs, wir haben ein nachhaltiges Geschäftsmodell und wir verfügen über die Fähigkeit zur Resilienz, sodass wir frühzeitig erkannt haben, an welchen Stellen wir reagieren und uns auf unsere Kunden einstellen müssen“, betonte Baecker. Dennoch räumte er ein: „Natürlich können wir die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds nicht ausblenden. Das wird sich irgendwann auch auf die Ergebnisse durchschlagen. Aber unseren Optimismus lassen wir uns dadurch bestimmt nicht nehmen.“ Klar sei, dass der „Blick in den Rückspiegel“ für die zukünftige Ausrichtung nicht mehr weiterhelfe. Baecker: „2016 ist – angefangen beim Brexit bis hin zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen – vieles geschehen, womit keiner gerechnet hatte. Auch im neuen Jahr wird die Unsicherheit über die Auswirkungen solcher Ereignisse bestehen bleiben.“

Von Anja Wittenberg Freitag, 13. Januar 2017
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