Handwerkskonjunktur kühlt sich leicht ab

Osnabrück - Die Stimmung bei den regionalen Handwerksbetrieben hat sich leicht abgekühlt. Das belegt die Frühjahrskonjunkturumfrage der Handwerkskammer (HWK) Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim. Demnach ist der Geschäftsklimaindex, der die derzeitige Situation erfasst und die Erwartungen der rund 10.600 Betriebe im Kammerbezirk abbildet, um vier Punkte auf 89 Zähler gesunken. Das ist ein Ergebnis, das die Kammerspitze bei der Jahrespressekonferenz in Osnabrück neben dem Jahresbericht 2018 vorgestellt hat.

Präsident Reiner Möhle und Geschäftsführer Sven Ruschhaupt von der HWK stellten die Zahlen vor.
Pressestelle der HWK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim

Peter Beckmann, Geschäftsführer Betriebsberatung und Strukturförderung bei der HWK, führte die leichten Einbußen im Geschäftsklimaindex auf die aktuell schlechter ausgefallene Geschäftslagenbewertung zurück. „15 Prozent der befragten Betriebe gaben eine Verschlechterung an, im Herbst 2018 waren es nur 6 Prozent.“ Außerdem sei die Umsatzentwicklung schwächer als vor sechs Monaten. 85 Prozent der Betriebe gaben allerdings an, dass die aktuelle Geschäftslage entweder gleichbleibend gut beziehungsweise sich verbessert habe. 

Die Kammerspitze blickte optimistisch in die Zukunft. „Wir werden diese scheinbare Abschwächung mehr als gut überstehen“, betonte Kammerpräsident Reiner Möhle.

Für das Geschäftsjahr 2019 erwarten die HWK-Vertreter keine großen Schwankungen. „Vor allem im Bauhauptgewerbe rechnen wir mit einer positiven Entwicklung, da die Nachfrage in diesem Sektor sehr hoch ist und steigende öffentliche Investitionen diesem Gewerbe zugute kommen werden“, betonte Geschäftsführer Sven Ruschhaupt. Beckmann erklärte: „Die Auftragslage ist gerade in diesem Bereich sehr gut.“ Auch insgesamt verzeichneten die Handwerksbetriebe ein gutes Auftragspolster von durchschnittlich elf Wochen.

39 Prozent der Befragten investierten in ihren Betrieb, außerdem kümmerte sich jeder dritte Betrieb im Kammerbezirk um die digitale Zukunft. Die größte Herausforderung sahen die Unternehmen nach wie vor im Fachkräftemangel: 54 Prozent der Betriebe verfügen aktuell über offene Stellen. Auch die Etablierung von digitalen Anwendungen und Arbeitsprozessen bewerten die Unternehmen als schwierig. Eine weitere Herausforderung liegt in der Nachfolgesuche. Jeder vierte Betrieb setzt sich der Umfrage zufolge aktuell mit der Nachfolgesuche auseinander. Um die Unternehmer dabei zu unterstützen, ihre Nachfolge zu regeln, startet die HWK mit dem Projekt Nachfolgemoderation. Das ist ein Gesamtberatungspaket, bei dem die HWK gemeinsam mit den Unternehmen einen geeigneten Nachfolger sucht und den Übergang mitgestaltet.

Neben der Frühjahrskonjunkturumfrage stellte die Kammerspitze auch den Jahresbericht vor. Demnach lernten in den rund 10.600 Betrieben der Region insgesamt mehr als 7.000 Auszubildende einen Handwerksberuf. Das bedeutet eine Ausbildungsquote von fast 70%. Landesweit lag die Quote bei etwas über 50%, bundesweit waren es etwa 30%.

 

Freitag, 12. April 2019