May 23, 2019

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„Wir müssen das Bild korrigieren“

Coesfeld - Sie ist selbst ein gutes Beispiel dafür, dass es nach dem Abitur nicht direkt an die Uni zum Studium gehen muss. Anja Karliczek, heute Bundesbildungsministerin, hat zunächst eine Bankausbildung und eine Lehre zur Hotelfachfrau absolviert, bevor sie an der FernUniversität Hagen ein BWL-Studium anschloss. „Ich würde ich es immer wieder so machen. Die Ausbildung hat mir praktische Handlungsfähigkeit vermittelt“, blickte sie anlässlich ihres Gastvortrags beim zehnten Forum Politik und Mittelstand bei der Kreishandwerkerschaft (KH) Coesfeld zurück. Die Veranstaltung nutzte sie, um vor 120 Gästen die Werbetrommel für die berufliche Ausbildung zu rühren.

Beim Forum Politik und Mittelstand der Kreishandwerkerschaft Coesfeld (von links): Andreas Baumeister, Petra Hagelschuer, Anja Karliczek, Carolin Roters, Jeanette Kuhn, Ulrich Müller, Guido Kruthoff und Klaus Schneider
Foto: Wittenberg

„In der Gesellschaft ist das Handwerk leider nicht mehr so anerkannt, wie es sein sollte. Viele junge Menschen ziehen ein Studium einer Ausbildung vor, da der Akademiker immer noch den besseren Leumund hat. Dieses Bild müssen wir korrigieren“, betonte Karliczek. Dem stimmte auch KH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Müller zu: „Ein hoher Bildungsabschluss ist noch lange keine Garantie für Erfolg. Oftmals wird ein solcher Abschluss aber als Familienerbe behandelt mit dem Ziel, dieses Bildungsniveau in der Familie zu halten – ungeachtet der Wünsche und Begabungen der Kinder.“

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek
Foto: Wittenberg

Im Kreis Coesfeld belaufe sich die Abiturienten-Quote auf nahezu 70 Prozent, ein überwiegender Teil strebe danach ein Studium an, wie Müller erklärte. Die Bundesbildungsministerin verwies auf die aktuell 50.000 Azubi-Stellen in Deutschland – darunter viele Lehrstellen im Handwerk –, die noch unbesetzt sind. „Die beruflichen Chancen im Handwerk sind besser denn je. Die Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften. Dieser Personalmangel droht zur Wachstumsbremse zu werden“, betonte sie. Ihr Ziel sei es daher, mit verschiedenen Bausteinen die Ausbildung im Handwerk wieder attraktiv zu machen. Karliczek rief vor diesem Hintergrund zum „Jahr der Berufsbildung“ auf. Im Zuge dessen will sie unter anderem eine Novelle des Berufsbildungsgesetzes mit einer Mindestausbildungsvergütung auf den Weg bringen sowie einen Innovationswettbewerb ausschreiben, in dem Unternehmen, Hochschulen und Berufsschulen neue, attraktivere Ausbildungsformate entwickeln sollen.

Wie sich mehr Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk begeistern lassen, überlegt derzeit auch Carolin Roters, Abiturientin und Tischler-Gesellin bei der Tischlerei Roters in Coesfeld. Gemeinsam mit anderen jungen Handwerken hat sie unter dem Dach der KH einen Ausschuss gegründet, der dafür verschiedene Projekte initiiert. So ist zum Beispiel die Serie „Traumberuf“ entstanden, bei der die Handwerker über 30 Berufe in den regionalen Medien vorstellen. „Wir wollen mit den oftmals abschreckenden Klischees über Handwerksberufe aufräumen. Der Sanitärtechniker leistet weitaus mehr als nur verstopfte Toiletten zu befreien“, betonte Roters bei der anschließenden Podiumsrunde.

Von Anja Wittenberg Dienstag, 12. März 2019
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