October 1, 2020

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„Wer in Nachhaltigkeit investiert, kann die Leute überzeugen“

Münster – „Wer in Nachhaltigkeit investiert, kann die Leute überzeugen.“ Mit diesem Ansatz hat Niklas Tauch gemeinsam mit Robin Wingenbach und Maximilian Schleper das Start-Up Liefergrün in Münster aufgebaut. Was ihr Social Entrepreneurship erfolgreich gemacht hat, berichtete er gemeinsam mit weiteren Vertretern von gemeinnützigen Start-ups bei der Social Impact Night in der Hafenkäserei in Münster vor 50 Teilnehmern. Die Veranstaltung hatten die TAFH Münster und der Social Impact Münster e.V. organisiert.

Im Gespräch mit Organisator und TAFH-Gründungsberater Michael Kortenbrede (rechts) stellte Liefergrün-Gründer Niklas Tauch seine Idee des sozialen Unternehmertums vor.
Foto: FH Münster/Frederik Tebbe

„Etwas zu gründen ist gar nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Man fällt immer wieder hin. Und man muss lernen, aufzustehen und aus seinen Fehlern zu lernen“, betonte Tauch. Von dem nachhaltigen Lieferkonzept für Einzelhändler von Liefergrün wollten die Kunden zunächst nichts hören. Doch mit den richtigen Anpassungen an ihrem Angebot konnten er und seine Partner schnell Kunden gewinnen. „Wer am häufigsten hinfällt, macht am Ende das beste Produkt“, ist Tauch überzeugt. Für ihn habe Social Entrepreneurship Symbolcharakter. Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sollen demnach im Einklang sein, um ein Zeichen dafür zu setzen, dass man Gutes tun und trotzdem davon leben kann. „Wer in Nachhaltigkeit investiert, kann die Leute überzeugen“, so sein Credo.

Neben Liefergrün war die Regionalwert AG Münsterland mit Sitz in Steinfurt ein weiteres Best-Practice-Beispiel bei der Social Impact Night. Das Unternehmen macht sich für nachhaltige, regionale Lebensmittel und ihre Produzenten stark. Das Konzept: Bürger können sich durch den Kauf von Aktien an der nachhaltigen Entwicklung in der Region beteiligen. „60 Prozent der Flächen im Münsterland werden landwirtschaftlich genutzt. Und nur ein bis zwei Prozent davon produzieren Bio“, erklärte Dr. Anja Oetmann-Mennen bei ihrem gemeinsamen Vortrag mit Thomas Köhler, Geschäftsführer der Regionalwert AG Münsterland.

Im Anschluss stellten Norbert Richter und Karl Reinhard Fischer vom EinDollarBrille e.V. ihr Geschäftsmodell vor. Ihre Idee: Mit einem Dollar Herstellungskosten Brillen für Menschen in Entwicklungsländern anfertigen. Die Sehhilfen stellen sie mit extra dafür entwickelten Biegemaschinen her. Außerdem bilden sie augenoptische Fachkräfte und Brillenmacher in den betroffenen Regionen aus. „Hilfe zur Selbsthilfe“, nannte Richter das. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: Über 260.000 Brillen hat der Verein inzwischen verkauft. „Wir wollen eine weltweite, dauerhafte augenoptische Grundversorgung etablieren“, betonte Richter. Um zu veranschaulichen, wie das funktioniert, hatten Richter und Fischer eine Biegemaschine mitgebracht.

„Es ist toll, dass etwas so naheliegend ist, aber trotzdem vorher noch niemand darauf gekommen ist“, betonte Michael Kortenbrede, Gründungsberater an der TAFH Münster und Organisator der Veranstaltung. Gerade die Vielfalt der Start-ups, die an der Social Impact Night teilnahmen, freue ihn. Liefergrün ist eine GbR, Regionalwert eine AG und die EinDollarbrille ein Verein. „Social Entrepreneurship kann eben verschieden organisiert sein“, fasste er zusammen. Über den großen Zuspruch freute sich der Organisator: „Es ist schön, dass sich so viele Leute für das Thema Social Entrepreneurship interessieren.“

Wer Interesse am Thema Social Entrepreneurship hat, kann sich am 15. September mit Gleichgesinnten dazu austauschen: Dann startet der Social-Start-up-Stammtisch in Münster, der zukünftig jeden ersten und dritten Dienstag im Monat stattfindet. Los geht es um 18 Uhr im Café Gasolin, Aegidiistraße 45.
 

Montag, 14. September 2020
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