Zweites Standbein für Thiemt Oberflächentechnik

Melle - Das Oberflächentechnik-Unternehmen Thiemt aus Melle hat sich ein neues Standbein aufgebaut: die Blechbearbeitung. „Wir haben schon immer viel mit Blechteilen gearbeitet, die in der Regel zugeliefert und dann beschichtet wurden“, schilderte Geschäftsführer Thomas Rüter bei einem Unternehmensbesuch von Axel Kolhosser von der Wirtschaftsförderung WIGOS des Landkreises Osnabrück. „Da wir über breite Metallkompetenz verfügen, haben wir nun den Maschinenpark entsprechend aufgerüstet und den Produktionsschritt ins Haus geholt.“

Das Unternehmen Thiemt ist nun auch in der Blechverarbeitung im Einsatz (von links): Geschäftsführer Thomas Rüter, der kaufmännische Leiter Christian Terbeck, Axel Kolhosser vom UnternehmensService der WIGOS, Azubi Kürsad Tirhis und Geschäftsführer Eduard Lazarus.
Foto: WIGOS / Kimberly Lübbersmann

Die Brüder Brüder Karl-Wilhelm und Peter Thiemt hatten das Unternehmen 1988 als Dienstleister für Beschichtungen und Pulverhandel in Melle gegründet. Bereits drei Jahre später platzte das damalige Verwaltungs- und Produktionsgebäude aus allen Nähten, sodass ein erster Ausbau erforderlich wurde. 1994 folgte am gleichen Standort ein Neu- und Erweiterungsbau mit einer modernen Automatikbeschichtungsanlage und zusätzlichen Lagerflächen. In den folgenden Jahren entwickelte das Unternehmen zusätzlich Komponenten für die Pulverbeschichtung, etwa Pulverinjektoren oder schnell zu reinigende Pulverkabinen. Anfang der 2000er Jahre wurde die Produktentwicklung jedoch ausgelagert und das Unternehmen auf die Oberflächenbeschichtung ausgerichtet.

„Wir beschichten alles vom einzelnen Oldtimerteil bis hin zu großen Serien etwa von Guss- und Pressteilen“, erläuterte Geschäftsführer Eduard Lazarus bei einem Unternehmensrundgang. Zum Teil dienten die Pulverbeschichtungen dekorativen oder technischen Zwecken, aber es gehe auch um Korrosionsschutz oder das Aufbringen von hitzebeständigen Beschichtungen. Lazarus hat gemeinsam mit Rüter im September 2016 das Unternehmen übernommen, in dem heute 30 Mitarbeiter und drei Azubis tätig sind. Beim Aufbau der neuen Blechbearbeitung kam den beiden Geschäftsführern ein Zufall zur Hilfe: Direkt angrenzend an das Unternehmen wurde eine große Halle frei, die sie anmieten konnten.

„Wir hatten immer wieder Lieferengpässe bei Blechteilen, weil die Zulieferfirmen durch die gute Wirtschaftslage sehr gut ausgelastet sind“, berichtete Rüter. Das ist heute für Thiemt kein Problem mehr: Mit modernen Maschinen und der entsprechenden Software bearbeitet das Untrernehmen nun selbst Bleche in einer Stärke von bis zu 20 Millimeter. „Wir verarbeiten mit höchster Präzision 3D-Daten“, skizzierte der Geschäftsführer weiter. Der Musterbau von Teilen gehört mit dieser Technik der Vergangenheit an und auch kleine Stückzahlen können sehr flexibel und schnell geleifert werden. „Dieser Innovationssprung war auch der WIGOS eine Förderung wert“, so Axel Kolhosser: Für zwei der neuen Maschinen erhielt das Unternehmen Mittel aus dem Förderprogramm InnoOS.

Freitag, 18. Januar 2019