June 25, 2019

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„Die Zukunft ist der gesamte Westen, nicht nur Europa“

Dülmen - Fast 5.500 Kilometer. So viel trennen Europa und die USA über den atlantischen Ozean – oder „einen Binnensee“, wie ihn der ehemaliger US-Botschafter John Kornblum lieber nennt. Denn aus seiner Sicht fungiert der Atlantik als Brücke zwischen Europa und den USA und die müsse wieder gestärkt werden. „Europa darf sich nicht nur auf sich besinnen. Die Zukunft ist der gesamte Westen einschließlich der USA, nicht nur Europa allein“, betonte er in seinem Vortrag zur Lage Europas und Deutschlands in der Welt beim UnternehmerForum der VR-Bank Westmünsterland. Rund 150 Gäste kamen dazu in die Sportwagenmanufaktur Wiesmann nach Dülmen.

Beim UnternehmerForum der VR-Bank Westmünsterland (von links): Berthold te Vrügt, John Kornblum, Dr. Wolfgang Baecker und Matthias Entrup
Foto: Wittenberg

„Das Westmünsterland wird von starken, mittelständischen Unternehmen geprägt, die aufgrund ihrer Exportaktivitäten eng mit den internationalen Märkten verbunden sind. In einer sich ändernden globalen Weltordnung mit Risikofaktoren wie Brexit und Handelskonflikten stellt sich die spannende Frage, wie es für die Wirtschaft weitergeht“, leitete Dr. Wolfgang Baecker, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Westmünsterland, ein.

Kornblum gab Antworten. Er ordnete das westliche, offene System der freien Markwirtschaft als Basis für erfolgreiches Wirtschaften und gesellschaftlichen Wohlstand ein. Etwas Vergleichbares gebe es im Osten nicht. „China stößt mit einer politischen Ausrichtung, in der kein Platz für eine offene Gesellschaft ist, an seine Grenzen und hat beim Wirtschaftswachstum den Rückwärtsgang eingelegt. Auch Russland verfügt über kein stabiles System“, machte er klar. Europa stehe indes „körperlich“ fitter denn je da, aber: „Gleichzeitig befinden sich die europäischen Länder in einer Selbstfindungsphase. Seelisch geht es Europa nicht gut“, räumte Kornblum ein. Er verwies auf die unterschiedliche Flüchtlings- und Wirtschaftspolitik, die zu tiefen Spannungen zwischen Nord- und Südeuropa geführt haben, und den Kontinent trenne.

John Kornblum, ehemaliger US-Botschafter
Foto: Wittenberg

Insbesondere für Deutschland sei es nun eine große Herausforderung, seine Rolle in der globalen Weltordnung zu finden. „Deutschland ist kein Land, dass sich, wie es in der Nachkriegszeit der Fall war, erholen muss. Es genießt heute international großen Respekt und ist mit seiner modernen Industriegesellschaft ein Land, in dem es sich gut und gerne leben lässt“, betonte Kornblum. Dieser Wandel wirke sich auch auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen aus. „Die Verhältnisse zwischen Deutschland und den USA haben sich geändert. Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen, das sich noch nicht genau beschreiben lässt. Fakt ist, dass man sich von Donald Trumps Politik, den Isolationismus salonfähig zu machen, nicht leiten lassen darf, aber man sollte sich trotz Differenzen zumindest damit auseinandersetzen“, forderte Kornblum. Das gelte auch für die Sicherheitspolitik: „In einer sich ändernden Weltordnung, die nicht mehr nur aus zwei Großmächten besteht, muss man sich Gedanken über eine entsprechende Sicherheitsstrategie machen – und dabei spielen die USA nach wie vor eine große Rolle für Deutschland“, betonte der ehemalige US-Botschafter.

Von Anja Wittenberg Freitag, 22. März 2019
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