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„Man handelt nicht proaktiv“

Dülmen - Jeder kennt sie und jeder hasst sie: Staus, stockenden Verkehr und überfüllte Straßen. Für Unternehmer ist der zunehmende Straßenverkehr nicht nur ein ärgerlicher Zeitfresser, sondern vor allem ein Kostenfaktor, wenn Waren wieder einmal länger unterwegs sind. Ob sich das in den Griff bekommen lässt und in welcher Entwicklungsphase „des Deutschen liebstes Kind“ – das Auto – aktuell steckt, nahm Professor Dr. Michael Schreckenberg in Dülmen für rund 300 Unternehmern in den Fokus. Die VR-Bank Westmünsterland hatte den Stauforscher der Universität Duisburg-Essen als Referenten anlässlich ihrer Vertreterversammlung bei Wiesmann Sports Cars in Dülmen eingeladen.

Bei der Vertreterversammlung der VR-Bank Westmünsterland bei Wiesmann Sports Cars (von links): Berthold te Vrügt, Professor Dr. Michael Schreckenberg, Matthias Entrup und Dr. Wolfgang Baecker.
Foto: Wittenberg

„Der Verkehr ist ein Problem, das uns noch über Jahre hinweg begleiten und noch schlimmer werden wird“, prognostizierte Schreckenberg beim Pressegespräch im Rahmen der Veranstaltung. Der Lkw-Verkehr nimmt nach Angaben des Professors jährlich um rund zwei Prozent zu und belastet somit erheblich die Straßen. Die Folge: Streckenpassagen, wie aktuell die Brücke auf der A1 bei Leverkusen, werden für den Schwerlastverkehr gesperrt und müssen saniert werden. „Das ist aber keine Lösung. Man handelt nicht proaktiv, sondern beseitigt nur die entstandenen Schäden. Währenddessen fahren Lkw eine andere Strecke, die in ein paar Jahren auch abgefahren sein wird. Dann beginnt das Spiel von vorn“, betont Schreckenberg. Deutliche Kritik übte der Stauforscher vor diesem Hintergrund auch an dem Dieselfahrverbot für einzelne Straßenzüge in Hamburg. „Das ist absoluter Schwachsinn und eine überhastete Aktion. Dieselfahrer müssen nun andere, zum Teil deutlich längere Wege in Hamburg fahren – der Verkehr belastet die Umwelt damit sogar noch mehr. Darüber hinaus basieren die Grenzwerte für Stickoxide auf keiner vernünftigen Grundlage. Zudem ist nicht das Stickoxid im Diesel das Problem, sondern die Feinstaubbelastung, zum Beispiel durch Reifenabrieb“, stellte Schreckenberg klar.

Alternative Antriebstechniken wie Elektromotoren bewertete der Experte ebenfalls als noch nicht ausgereift genug. „Bevor es keine flächendeckenden, einheitlichen Ladestationen für E-Autos gibt und keine bezahlbaren Ansätze für eine nachhaltige Batterieherstellung wird sich diese Technologie nicht durchsetzen. Wir werden auch in 50 Jahren noch mit Verbrennungsmotor fahren – alles andere ist zurzeit nur Spielerei“, ist Schreckenberg überzeugt.

Stauexperte Professor Dr. Michael Schreckenberg
Foto: Wittenberg

Spielereien sind für ihn derzeit auch die ersten Ansätze zum autonomen Fahren. „Autonome Fahrzeuge sind aktuell noch im Experimentierstadium. Erstens fehlt dafür der entsprechende digitale Netzausbau mit schnellen Glasfaserleitungen. Zweitens: Solange zum Beispiel ein Lkw-Fahrer den Abstandshalter manuell ausschalten kann, damit er ein langsameres Fahrzeug überholen kann und dadurch mitunter stockenden Verkehr verursacht, bringt diese Technik nichts. Im Gegenteil: Der Sicherheitszweck wird umgangenen, insbesondere, wenn der Fahrer vergisst, den Abstandshalter wieder einzuhalten. Das führt im schlimmsten Fall zu schweren Auffahrunfällen“, betonte Schreckenberg und wies darauf hin, dass der Mensch selbst immer noch die Gefahrenquelle Nummer eins im Straßenverkehr sei. „Die Fähigkeit der Menschen, am Verkehr teilzunehmen, ist begrenzt“, verdeutlichte er. Schreckenberg befürwortete daher, Autofahrer regelmäßig zu schulen und dafür Anreize zu geben – zum Beispiel durch vergünstigte Versicherungen. So könnten aus seiner Sicht auch Fehlverhalten im Straßenverkehr und dadurch entstehende Staus reduziert werden.

Um die Staugefahr angesichts des zunehmenden Verkehrs in den Griff zu bekommen, sprach sich der Referent darüber hinaus für ein besseres Baustellenmanagement aus. Ziel müsse es sein, die Baustellen zügiger „abzuarbeiten“ und lange Sperrungen überflüssig zu machen. Zusätzlich forderte er Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr, um auch dort zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Info:
Die Vertreterversammlung stimmte während der Veranstaltung in Dülmen über den Jahresüberschuss der Genossenschaftsbank: Die 46.869 Mitglieder – im Jahr 2017 erklärten fast 1.600 neue Mitglieder ihren Beitritt zur VR-Bank – erhalten eine Dividende von 5,5 Prozent. Im Aufsichtsrat bestätigt wurden Norbert Kessel (Reken), Karl Paskert (Ramsdorf) und Helmut Rüskamp (Dülmen). Im Beirat gab es personelle Veränderungen: Für den nicht mehr kandidierenden, langjährigen Beirat Hans-Jürgen Robers (Stadtlohn) wurde Christoph Demes junior (Stadtlohn) neu in das Gremium berufen, alle anderen Beiräte wurden wiedergewählt.

Von Anja Wittenberg Freitag, 15. Juni 2018
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