July 12, 2020

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Datenschutz: immer noch vernachlässigt

Viele Unternehmen behandeln das Thema „Datenschutz“ immer noch stiefmütterlich. Dabei können Verstöße in diesem Kontext durchaus erhebliche Folgen haben. Der Coesfelder Rechtsanwalt Christoph Kossin und der Datenschutzbeauftragte Bernd Rotterdam, ebenfalls aus Coesfeld, kennen diese Problematik. Für Wirtschaft aktuell stellen sie klar, dass vernachlässigter Datenschutz zu empfindlichen Geld- und mitunter sogar Haftstrafen führen kann. So weit muss es jedoch nicht kommen. Vieles hängt auch Sicht der beiden Autoren von den Datenschutzbeauftragten in den Unternehmen ab.

Der Datenschutz in Unternehmen ist ein heikles Thema, das viele Unternehmen leider immer noch unterschätzen. Dabei sieht sogar der Gesetzgeber vor, dass Unternehmen bestimmte Daten schützen müssen. So spielt zum Beispiel der betriebliche Datenschutz im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle. Jeder Patient hat Anspruch auf verantwortlichen Umgang mit seinen personenbezogenen Daten. Es geht dabei etwa darum, Patientendaten im Bereich des Empfanges, im Wartezimmer der Arztpraxis, anlässlich der Behandlung des Patienten oder etwa bei der Nutzung der Patienten-EDV sowie bei der Übermittlung von Daten nach außen hin zu schützen.

Aber nicht nur Arztpraxen sind betroffen. Auch Unternehmen, Vereine oder Kanzleien, die mindestens zehn Personen beschäftigen, die mit der Verarbeitung von Daten beschäftigt sind oder Zugriff auf diese Daten haben, müssen einen in- oder externen Datenschutzbeauftragten benennen. Er ist dafür verantwortlich, dass alle relevanten Datenschutzbestimmungen eingehalten werden.

Zu den Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten gehört die Umsetzung des Bundesdatenschutzgesetzes und anderer Vorschriften in den Unternehmen. In diesem Kontext sind die Beauftragten auch dafür verantwortlich, die Anwendung der Datenverarbeitungsprogramme, mit denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, zu überwachen. Dabei müssen sie schon vor Beginn einer automatisierten Verarbeitung prüfen, ob Freiheitsrechte gefährdet sein könnten.

Ein Datenschutzbeauftragter muss dafür entsprechende Fachkenntnisse aufweisen. In den jeweiligen Fällen ist es zur Verschwiegenheit über die Identität betroffener Personen sowie über Umstände, die Rückschlüsse auf den Betroffenen zulassen, verpflichtet. Es sei denn, die Betroffenen entbinden in von dieser Pflicht.

Wichtig ist, dass ein Datenschutzbeauftragter frei von Interessenkonflikten ist, da er sonst nicht zuverlässig arbeiten kann. Ein Firmeninhaber oder ein Geschäftsführer kann beispielsweise nicht Datenbeauftragter werden, weil das eine wirksame Eigenkontrolle unmöglich macht.

Das Aufgabenfeld des Datenschutzbeauftragten ist gesetzlich geregelt und demnach vornehmlich ein juristisches Tätigkeitsfeld. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind allerdings ebenso notwendig.

Interessierte Mitarbeiter können diese Kenntnisse übrigens auch in Seminaren erwerben. Am Ende einer solchen Fortbildung steht die Prüfung zum betrieblichen Datenschutzbeauftragten.

Christoph Kossin, Rechtsanwalt;
Bernd Rotterdam, Datenschutzbeauftragter


 


Info:
Die Vernachlässigung des Datenschutzes kann ein Unternehmen teuer zu stehen kommen: Fahrlässige Ordnungswidrigkeiten können Bußgelder von bis zu 25.000 Euro nach sich ziehen. Bei vorsätzlichen Ordnungswidrigkeiten können sogar Strafen von bis zu 250.000 Euro anfallen. Im Falle einer bewussten Bereichungs- oder Schädigungsabsicht droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.
 

Donnerstag, 2. Februar 2012
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