July 12, 2020

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Energiekosten: Sonderregelungen im Blick

Trotz der sinkenden Börsenpreise für Erdgas und Strom steigen die Belastungen für den Energiebezug der in Deutschland tätigen Unternehmen unaufhaltsam weiter an. Allerdings gibt es die Möglichkeit für Unternehmen, Sonderregelungen zu nutzen, die die Kostenblöcke für Energie reduzieren. Welche das sind und was Betriebe beim „betrieblichen Energiekostenmanagement“ beachten müssen, erklärt Jörg Scheyhing, Geschäftsführer der Forum Energieberatung in Nordhorn.

EEG-Umlage

Meist entfällt der größte Anteil der Strompreises auf die EEG-Umlage – jener Kostenbestandteil, der als Finanzierungsgrundlage für die an die Betreiber von erneuerbare Energien-Anlagen ausgezahlten Vergütungen dient. Der Regelsatz für die EEG-Umlage beläuft sich aktuell auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde und fällt damit meist schon höher aus als der eigentliche Energiebezugspreis. Deutliche Kostensenkungen lassen sich erzielen, wenn Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe eine hohe Stromkostenintensität nachweisen können. Dann greift die besondere Ausgleichsregelung EEG und die Belastung aus der EEG reduziert sich meist auf einen Bruchteil. Immerhin etwas mehr als 2.000 Unternehmen können diese Regelung derzeit bundesweit nutzen.

Energiebeschaffung

Der reine Energieanteil im Strombezugspreis richtet sich heute nach dem jeweiligen Großhandelspreisniveau, das sich börsentypisch volatil darstellt. Er unterliegt damit dem Wettbewerb. Zahlreiche Energieanbieter buhlen dabei um die Gunst der industriellen Abnehmer. Dabei kommt es darauf an, die für sein Unternehmen angepasste Risikostrategie festzulegen und dann das passende Beschaffungsmodell auszuwählen.

Netznutzungsentgelte

Jeder Abnehmer, der Strom über öffentliche Netze bezieht, hat an seinen örtlichen Verteilnetzbetreiber Netznutzungsentgelte zu entrichten, die sich aus mehreren Einzelbestandteilen wie Arbeits-, Leistungs-, Mess- und Abrechnungspreisen zusammensetzen. Trotz des gesetzlich geregelten Diskriminierungsverbots gibt es heute drei Sonderregelungen, die helfen können, Vergünstigungen bei der Belastung aus dem Netznutzungsentgelt zu realisieren:

- Zusätzliche Umlagen und Abgaben: Die heutigen gesetzlichen Rahmenbedingungen verpflichten die Stromnetzbetreiber, zusammen mit der Abrechnung der Netznutzungsentgelte zusätzliche Umlagen und Abgaben zu erheben, die der Gegenfinanzierung von bestimmten, aus volkswirtschaftlicher Sicht erwünschten Ausgabepositionen im Energiesektor dienen. Darunter fällt die KWKG-Umlage zur Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die Erhebung der § 19 StromNEV-Umlage für die Sonderregelungen der atypischen und intensiven Netznutzung, die Offshore-Haftungsumlage zur Haftungssicherung nicht rechtzeitig ans Stromnetz angebundener Windkraftanlagen auf See sowie die Umlage über abschaltbare Lasten für die Finanzierung von freiwillig gewährter Netzleistungsflexibilität. Zumindest für die ersten drei Umlagebeträge gibt es eine Härtefallregelung für stromintensive produzierende Unternehmen, nach der reduzierte Umlagebeträge dann angesetzt werden, falls das Unternehmen einen Stromkostenanteil von mindestens vier Prozent bezogen auf den Umsatz des letzten abgeschlossenen Geschäftsjahres nachweisen kann.

- Konzessionsabgabe: Ein weiterer Netzbestandteil ist die Konzessionsabgabe, von der man sich bei Unterschreitung des jährlich neu vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Grenzpreises, befreien lassen kann.

- Stromsteuer: Zu guter Letzt wird auf den Strompreis die Stromsteuer aufgeschlagen. Der Regelsatz beträgt 2,05 Cent pro Kilowattstunden. Dabei gibt es gleich ein ganzes Bündel von Entlastungstatbeständen.

Rückerstattung von Energiepreisbestandteilen

Erstmals wurden 2014 für das zurückliegende Jahr Energiepreisbestandteile für Anlagen weniger, bestimmter Branchen für die im Strombezugspreis enthaltenen Mehrkosten für den Handel mit CO2-Emissionszertifikaten rückerstattet. Entsprechende Anträge sind an die deutsche Emissionshandelsstelle zu richten.

Fazit:

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass ein optimiertes Energiekostenmanagement eine kontinuierliche Aufgabe ist und einer entsprechend intensiven und mindestens im jährlichen Rhythmus erneuerten Bearbeitung unter Beachtung unterschiedlicher Fristen bedarf.

Von Jörg Scheyhing Freitag, 24. Oktober 2014
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