December 16, 2019

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„Rekord-Bescheid“ macht Weg für Nanobioanalytik-Zentrum frei

Münster - Einige sprachen vom „Paukenschlag zum Jahresbeginn“, andere vom „Leuchtturmprojekt“ oder vom „positiven Signal in schwierigen Zeiten“ als Dr. Jens Baganz heute mit der Übergabe eines Zuwendungsbescheides über 10,2 Millionen Euro offiziell den Weg für den Bau des Nanobioanalytik-Zentrums (NBZ) in Münster freimachte. Stellvertretend für das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäischen Union, aus deren Töpfen das Geld stammt, überbrachte der Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium den „Rekord-Bescheid“. Niemals zuvor hat die Technologieförderung der Stadt Münster eine höhere Fördersumme für ein Projekt erhalten.

Die Finanzierung des Nanobioanalytik-Zentrums liegt auf mehreren Schultern. Dr. Klaus-Michael Weltring, Dr. Thomas Robbers, Markus Lewe, Matthias Günnewig und Dr. Jens Baganz (von links) freuen sich über die Chancen, die sich daraus nun ergeben sollen.
Foto: Terhörst

Von dem in einer Pressemitteilung zitierten „Paukenschlag“ wollte der Geschäftsstellenleiter der Technologieförderung Münster, Matthias Günnewig, aber dennoch nicht sprechen. „Fünf Jahre haben wir gemeinsam an dem Profil für das NBZ gearbeitet. Es ist also, um im Bild der Musik zu bleiben, nicht ein einzelner Ton, sondern vielmehr ein melodischer Mehrklang. Denn ohne die feine Abstimmung untereinander hätte das sicher nicht funktioniert“, machte Günnewig einleitend klar.

Großes Lob fand das NBZ-Projekt auch beim Staatsekretär. Die Nanobio-Technologie sei eine Schlüsseltechnologie, die dem Standort NRW große Wettbewerbsvorteile bringen könnte. „Daher hat sich Ihr Projekt im Fördermittelwettbewerb absolut zu Recht durchgesetzt“, betonte Baganz. Dabei verwies er unter anderem auf Experten, die für die Nanobio-Branche in den kommenden Jahren ein exponentielles Wachstum vorhersagen. Zudem gliedere sich das Projekt nahtlos in die von NRW-Innovationminister Andreas Pinkwart angestoßenen Bemühungen ein, Nordrhein-Westfalen bis 2015 zum Innovationsland Nummer eins zu machen.

Für die Stadt Münster stellt das Nanobioanalytik-Zentrum darüber hinaus eine weitere Möglichkeit dar, moderne und innovative Unternehmen hinzuzugewinnen und an den Standort zu binden. Nicht zuletzt deshalb unterstützt die Kommune zusammen mit der Wirtschaftsförderung Münster (WFM) das 16-Millionen-Euro-Projekt mit weiteren drei Millionen Euro. Der verbleibende Betrag soll dann über die Mieteinnahmen zusammen kommen.

Markus Lewe betonte, dass die Nanobiotechnologie ein wichtiges Profilierungsfeld für Münster ist.
Foto: Terhörst

„Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir als Standort zentrale Profilierungsfelder schaffen. Die Nanobiotechnologie ist ein solches Feld, auf dem sich bei uns in den vergangenen Jahren einiges getan hat. Münster verfügt über gut funktionierende Strukturen und Netzwerke in diesem Bereich. Mit dem NBZ schaffen wir nun die Voraussetzung für weitere Neuansiedlungen. Und wir locken vielleicht auch den ein oder anderen ausländischen Investor und natürlich auch weitere Fachkräfte zu uns in die Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Markus Lewe.

 

Im Dunstkreis des Nanobioanalytik-Zentrums soll in Münster künftig beispielsweise noch intensiver an neuen Diagnose- und Therapieverfahren gearbeitet werden. Diese Verfahren könnten dann unter anderem bei der Erkennung und Behandlung von Tumoren zum Einsatz kommen. Ein Feld, das laut Dr. Klaus-Michael Weltring, Geschäftsführer des bioanalytik Münster e.V., ein enormes Potenzial für die Wirtschaft biete. Das geplante NBZ sei daher auch aus Unternehmersicht ein wichtiger Meilenstein für die Stadt.

 

Zwar kommen laut Weltring schon heute viele Forschungsbeiträge in dem Bereich aus Münster, aber die Nanobiotechnologie stelle gerade kleine und mittelständische Unternehmen immer noch vor große Herausforderungen. „Ohne Kooperationspartner kann ein Betrieb in der Branche in aller Regel nicht arbeiten. Auf der anderen Seite sind Kooperationen über eine große Distanz kaum möglich. Allein der Transport biologischer Proben bereitet da enorme Probleme“, erläuterte der Unternehmervertreter. Im neuen NBZ gebe es künftig die von den Frimen benötigte technische Ausstattung und die kurzen Wege zu möglichen Partnerunternehmen gebündelt an einem Ort.

 

Bis es so weit ist, vergeht aber noch einige Zeit. Baubeginn soll im Frühjahr 2011 sein. Gut ein Jahr später soll das NBZ in Münsters Wissenschaftspark, also in unmittelbarer Nähe zum CeNTech (Zentrum für Nanotechnologie) oder zum Biotechnologiezentrum Münster dann bezugsfertig sein. Ein Zeitfenster, dass laut WFM-Geschäftsführer Thomas Robbers durchaus normal sei: „Es ist schließlich kein einfaches Einfamilienhaus, das wir hier planen. Allein für die technischen Anlagen haben wir 6,5 Millionen Euro veranschlagt. Und eine derartige Technik ist eben nicht in wenigen Wochen zu installieren.“ So soll das NBZ Laboratorien und Geräte bekommen, die auf dem neuesten Stand der Technik sein sollen.

 

Profitieren können davon laut Robbers sechs bis zehn Unternehmen, die sich im NBZ einmieten könnten. „Somit könnten in der Summe bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen“, hofft der Wirtschaftsförderer, der gleichzeitig Geschäftsführer der neu gegründeten Betreibertochter, der NBZ GmbH, ist. Schon im Vorfeld hatte Robbers mit mehreren Unternehmen aus der Branche gesprochen hat. Und das Interesse sei schon jetzt groß. Die eigentliche europaweite Vermarktung soll aber erst ab Mitte 2010 anlaufen.

 

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Von Michael Terhörst Donnerstag, 28. Januar 2010
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