August 18, 2019

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„Denken Sie verrückt“

Velen - Anlässlich der Vertreterversammlung der VR-Bank Westmünsterland hat die Genossenschaftsbank Oliver Geisselhart, Gedächtnistrainer und Autor, auf das Gut Roß in Velen als Referenten eingeladen. Der Diplom-Betriebswirt berichtete vor den Mitgliedervertretern und Bankmitarbeitern über die kognitiven Möglichkeiten des menschlichen Gedächtnisses. „Jeder durchschnittlich begabte Mensch kann sich innerhalb kurzer Zeit unglaublich viel merken“, erklärte Geisselhart. Doch dafür muss man Bereit sein, bestimmte Denkweisen anzuwenden.

Vertreter der VR Bank Westmünsterland mit dem Referenten der Vertreterversammlung 2011: Dr. Wolfgang Baecker (Vorstandsvorsitzender der VR Bank Westmünsterland), Oliver Geisselhart (Referent), Berthold te Vrügt (Generalbevollmächtigter VR Bank), Georg Kremerskothen (Vorstand VR Bank)
Foto: Menge

„Denken Sie verrückt. Und ich meine das ganz positiv: Denken sie so verrückt, dass Sie absurde Phantasiebilder mit Namen, Gesichtern, Zahlen, Terminen oder Vortragsinhalten verbinden. Dann können Sie all diese Dinge problemlos aus ihrem Gedächtnis abrufen“, appellierte Geisselhart. Um für die Methode ein Beispiel zu geben, zog der Referent seinen eigenen Namen heran: „Stellen Sie sich bitte folgendes vor: Ich ziehe mich vor Ihnen aus, reibe mich mit Olivenöl ein, nehme eine Geißel und peitsche mich damit sehr hart aus. Dieses Bild ist so absurd und außergewöhnlich, dass sie mich wahrscheinlich so schnell nicht mehr vergessen. Aber vor allem vergessen Sie meinen Namen nicht mehr: Oliver, abgeleitet von Olivenöl und Geißelhart, weil ich mich hart ausgepeitscht habe.“


Die Verbindung ungewöhnlicher Bilder mit gewöhnlichen Daten sorgt dafür, Inhalte sicher im Gedächtnis zu behalten. „Scheuen sie sich nicht, sich Dinge so zu merken. Denn erstens erfährt niemand, was in ihrem Kopf passiert und zweitens trainieren Sie mit dieser Methode Ihr Gehirn.“Geisselhart betonte, dass niemand für die sogenannte symbolhaft-assoziative Methode jeden Tag üben muss. „Versuchen Sie spielerisch die Methode der ‚bescheuerten Bilder’ Schritt für Schritt im Alltag anzuwenden. Das ist doch besser, als jeden Tag Übungen fest einzuplanen“, denn, so Geisselhart, „auf solche Übungstermine hat doch keiner Bock.“

Dass jeder durchschnittlich begabte Mensch mit der Methode beispielsweise bis zu 200 Vokabeln innerhalb einer Stunde lernen könne, davon ist Geisselhart überzeugt. Doch auch wenn er selbst seit knapp 30 Jahren als Gedächtnistrainer aktiv ist und die Methode anwendet, ist er kein Getriebener, der sich alles merkt. „Ich vergesse auch Dinge. Und ich bin froh darüber. Zumal ich mir nicht alles merken muss – nur fast alles.“

Oliver Geisselhart erklärte vor den Mitgliedervertretern und Bankmitarbeitern seine Gedächtnismethode.
Foto: Menge

Gedächtnis besser als Google

Selbst in Zeiten von Suchmaschinen und Smartphones, auf denen jeder jederzeit Daten eintragen oder abfragen kann, ist nach Geisselharts Meinung das eigene Gedächtnis unentbehrlich. Denn für ihn ist klar: „Sie brauchen Wissen und Bildung, um intuitiv und kreativ zu sein. Und es ist doch schön, wenn Sie im Gespräch mit anderen Menschen Wissen anwenden können, ohne direkt zu googeln.“

Die Gründe, warum die meisten Erwachsenen nicht die symbolhaft-assoziative Methode anwenden, macht Geisselhart in der Schulbildung aus. „Wenn Sie gegen Vorschulkinder Memory spielen, haben Sie keine Chance, zu gewinnen. Spielen Sie gegen Sechst- oder Siebtklässler, haben Sie wiederum gute Chancen. Denn bei älteren Kindern und Jugendlichen hat die Schule ganze Arbeit geleistet: Das symbolhaft-assoziative Denken des Menschen ist verdrängt“, erklärte er.

Das stumpfe Lernen von Tafelbildern und Texten sei es, dass das konventionelle Denken fördere. Dennoch legte Geisselhart wert darauf, dass „die Lehrer im Einzelnen keine Schuld an der Zerstörung des bildhaften Merkens tragen, sondern die Art des Bildungswesens.“
Um aber auch nach mehreren Jahren Schulbesuch den Schritt vom konventionellen zum „verrückten“ Denken zu machen, rief Geisselhart den Gästen der Vertreterversammlung abschließend einen Rat zu: „Machen Sie Ihr Denken frei von Konventionen.“
 

Von Jan Menge Donnerstag, 7. Juli 2011
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