August 18, 2019

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FMO: Ryanair kommt

Greven – 2001 haben sie sich das erste Mal getroffen. Heute, zwölf Jahre später, kommen sie nun offiziell miteinander ins Geschäft. Mit der irischen Fluggesellschaft Ryanair kommt der erste Low-Cost-Carrier an den Flughafen Münster/Osnabrück (FMO). Das bestätigten die Verantwortlichen heute in Greven in einer Pressekonferenz.

Sind ins Geschäft gekommen (von links): Henrike Schmidt (Sales & Marketing Manager Deutschland Ryanair), Professor Gerd Stöwer (Geschäftsführer Flughafen Münster/Osnabrück) und Jana Skornicka (Sales & Marketing Executive Ryanair)
Foto: Wittenberg
Ab Juni 2013 fliegt Ryanair vom FMO aus dreimal wöchentlich die Ziele Girona/Barcelona und Málaga an. Der Grevener Airport ist der 13. deutsche Flughafen, an dem die Airline startet und landet. Wie Flughafenchef Professor Gerd Stöwer betonte, habe der Vertrag mit der Fluggesellschaft „nichts mit den Entwicklungen in den vergangenen Tagen“ zu tun. Anfang der Woche hatte die in wirtschaftliche Schieflage geratene Fluggesellschaft OLT Express Germany ihren Betrieb an allen Airports eingestellt und damit auch die Flüge vom FMO nach München gestrichen, nachdem bereits Ende 2012 Berlin und Stuttgart und damit zahlreiche Passagiere weggefallen waren. OLT war erst seit Oktober 2012 in Greven ansässig. „Natürlich kommt uns die Tatsache, dass Ryanair ab Sommer vom FMO aus startet, genau zu diesem Zeitpunkt entgegen. Die Gespräche laufen aber schon seit einigen Jahren und sind dann im November des vergangenen Jahres ganz konkret geworden“, stellte Stöwer klar und er ergänzte: „Wir sind stolz, Europas größten Low-Cost-Carrier nun vor Ort zu haben. Damit können wir unser Porfolio erheblich ausbauen.“ Mit Ryanair könne der FMO der Region zukünftig wieder ein breiter aufgestelltes Flugangebot zu günstigen Konditionen anbieten.

Bis zu 80.000 Passagiere sollen die beiden Ryanair-Flüge nach Spanien dem Flughafen jährlich bescheren. Dadurch sollen bis zu 80 neue Arbeitsplätze am FMO und in der Region entstehen. „Die Destinationen in Spanien kamen schon immer sehr gut bei den deutschen Reisenden an. Daher setzen wir mit den beiden Ryanair-Flügen genau auf das richtige Ziel“, zeigte sich Andres Heinemann, Pressesprecher beim FMO, überzeugt.

Wie Flughafenchef Stöwer bestätigte, hat sich der FMO mit Ryanair auf bestimmte Sonderkonditionen geeinigt. Die Fluggesellschaft nimmt ein „deutlich reduziertes Leistungspaket“ in Anspruch und benutzt beispielsweise keine Flugsteige oder Busse, sondern übernimmt die Aufgaben in Eigenleistung. Außerdem sollen die Ryanair-Maschinen zu verkehrsschwachen Zeiten starten und landen. „Ansonsten gelten für die Airline die gleichen Bedingungen, die wir auch mit den anderen Fluggesellschaften vereinbart haben“, betonte Stöwer, der von keinen Nachverhandlungen der anderen Fluggesellschaften am FMO ausgeht: „Sie haben die Nachricht alle sehr relaxt aufgenommen.“ Wie bei jeder neuen Airline oder bei neuen Strecken will der FMO in der Startphase einen Teil seiner Einnahmen zunächst in die Vermarktung der neuen Flüge investieren.

Langfristig erwartet der FMO-Chef durch das Geschäft mit Ryanair, dass der Flughafen unter dem Strich positive Erträge erwirtschaftet. „Vor allem im gerade immer stärker werdenden Non-Aviation-Bereich wie Parken, Sicherheit oder Gastronomie, können wir deutliche Einnahmesteigerungen erzielen. Das heißt allerdings nicht, dass wir schon in diesem Jahr automatisch schwarze Zahlen schreiben können“, räumte Stöwer ein.

Zusätzliches Geschäftsfeld erschließen

Mit der irischen Airline will der FMO ein zusätzliches Geschäftsfeld erschließen: „Die Low-Cost-Angebote richten sich auch an Fluggäste, die für ihre Flüge bisher andere Low-Cost-Flughäfen nutzten und jetzt als Passagiere für den FMO gewonnen werden können“, hofft Stöwer, der mit einer Vergrößerung des Einzugsbietes des FMO rechnet und somit mehr Menschen in die Region holen will.

Dass der Flughafen mit der Akquise von Ryanair künftig seine Geschäftsstrategie grundlegend ändern und nur noch auf Low-Cost-Carrier setzen will, wies der Flughafenchef indes entschieden zurück: „Der Luftverkehrsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Große Fluggesellschaften konzentrieren sich vermehrt auf große Flughäfen. Die Low-Cost-Carrier gehen dafür mehr in die Fläche und bedienen eher kleinere Airports. Darauf müssen wir reagieren. Schließlich bringen diese Anbieter auch mehr Fluggäste mit an den FMO. Und jede Airline, die Verkehr mitbringt, ist gut für den FMO. Nur müssen eben dann auch die Bedingungen stimmen, damit wir unser Ergebnis verbessern können.“

Für weitere sogenannte „Billligflieger“ könnten damit nun die Türen am FMO offenstehen. „Wir führen weiterhin Gespräche mit verschiedenen Airlines. Klar ist aber auch, dass wir uns nicht unter Preis verkaufen“, machte Stöwer klar.

Von Anja Wittenberg Donnerstag, 31. Januar 2013
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