May 24, 2019

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Agravis kann Rekordgewinn nicht bestätigen

Kartellamt ermittelt wegen Preisabsprachen

Münster - In einem insgesamt „respektablen“ Geschäftsjahr konnte Europas zweitgrößter Agrarhändler Agravis mit Hauptsitz in Münster den Rekordgewinn des Vorjahres nicht bestätigen: Das Ergebnis vor Steuern lag 2014 bei 42 Millionen Euro und damit fast 21 Prozent unter dem Vorjahreswert (53 Millionen Euro).

Präsentierten die Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 (von links): Thorsten Pogge (Mitglied des Vorstands), Dr. Clemens Große Frie (Vorstandsvorsitzender), Johannes Schulte-Althoff (Mitglied des Vorstands) und Bernd Homann (Leiter Unternehmenskommunikation)
Foto: Terhörst

„Insbesondere die Ukraine-Krise, die steigenden Rohstoffpreise und die unkalkulierbaren Preisschwankungen beim Getreide haben dazu geführt, dass es bei uns an einigen wenigen Stellen hereingeregnet hat. Nichtsdestotrotz ist das Ergebnis im längerfristigen Vergleich eines der besseren.“ So fasste der Agravis-Vorstandsvorsitzende, Dr. Clemens Große Frie, die Entwicklungen seines Unternehmens im vergangenen Jahr heute bei der Bilanz-Pressekonferenz in Münster zusammen.

Um das Ergebnis überhaupt erreichen zu können, hat Agravis 2014 abermals Marktanteile ausgebaut. In der Summe investierte das Unternehmen im vergangenen Jahr 92 Millionen Euro. „So viel wie nie zuvor“, wie Große Frie betonte. So hat der Agrarhändler 2014 unter anderem seine Beteiligung an der Mühlengruppe Roland Mills United auf nunmehr 40 Prozent erhöht und mit der Übernahme des italienischen Veterinär-Unternehmens Trei den Bereich Tiermedikamente ausgebaut. Darüber hinaus hat Agravis ein Mineralfuttermittelwerk im bayerischen Straubing gebaut und eine Biogasanlage in Dorsten übernommen.

 

Etwas ratlos zeigte sich Dr. Clemens Große Frie angesichts einer Anfang März eingeleiteten Kartelluntersuchung wegen des Verdachts verbotener Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln.
Foto: Terhörst

„Wir wollen weiter wachsen. Unser erklärtes Ziel ist es, 2018 einen Umsatz von acht Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 80 Millionen Euro zu erreichen“, gab der Agravis-Chef den Weg vor, und er fügte hinzu: „Nur durch weitere Übernahmen wird das wohl nicht zu erreichen sein, daher setzen wir verstärkt auf Kooperationen und Joint Ventures.“ Aktuell will Agravis daher die Zusammenarbeit mit der dänischen Dava-Group ausbauen: Geplant ist unter anderem die gemeinsame Übernahme der Getreide AG mit Hauptsitz in Rendsburg und die Bildung eines Joint Ventures unter dem Namen Dava-Agravis-International. „Die Kartellbehörden prüfen das zurzeit, aber wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das Projekt gemeinsam mit unseren dänischen Partnern auf die Beine stellen werden“, erklärte Große Frie, der für 2015 mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 75 Millionen Euro rechnet. Zu den laufenden Investitionsprojekten gehört auch der Bau eines weiteren, fünfgeschossigen Bürogebäudes in Münster. 150 Mitarbeiter sollen darin voraussichtlich am Herbst 2015 Platz finden.

Für das angelaufene Jahr 2015 ist Große Frie optimistisch. „Wir gehen davon aus, dass wir uns stabil entwickeln werden. Daher peilen wir auch wieder ein Ergebnis vor Steuern an, das über der 50-Millionen-Euro-Marke liegt“.

Etwas ratlos zeigte sich der Vorstandsvorsitzende indes angesichts einer Anfang März eingeleiteten Kartelluntersuchung wegen des Verdachts verbotener Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln. Sieben Unternehmen stehen im Fokus der Fahnder, darunter auch die Agravis-Zentrale in Hannover. „Wir haben bislang lediglich erfahren, dass es zwei Kronzeugen geben soll. Weitere Einzelheiten sind uns nicht bekannt. Nichtsdestotrotz haben wir dem Kartellamt zugesichert, dass wir umfänglich kooperieren werden“, erklärte Große Frie, der betonte: „Die Untersuchung sollen der Aufklärung dienen. Das heißt nicht, dass die betroffenen Unternehmen und Mitarbeiter auch wirklich gegen das Kartellrecht verstoßen haben. Es gilt auch hier die Unschuldsvermutung.“

Die Agravis-Zahlen für 2014 im Überblick:
Umsatz: 7,4 Milliarden Euro (2013: 7,5 Milliarden Euro)
Ergebnis vor Steuern: 42 Millionen Euro (2013: 53 Millionen Euro)
Bilanzsumme: 1,8 Milliarden Euro (2013: 1,67 Milliarden Euro)
Eigenkapital: 461 Millionen Euro (2013: 424 Millionen Euro)

 

Von Michael Terhörst Donnerstag, 12. März 2015
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