August 18, 2019

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„Weiter so“ gibt’s nicht mehr

Borken-Burlo – Das war immer so, das bleibt auch so. Wenn er diese Worte hört, schüttelt der Publizist und Demografieexperte Dr. Winfried Kösters nur mit dem Kopf. Vor allem, wenn es um die Zukunft der Gesellschaft angesichts des demografischen Wandels geht. „Ein ‚weiter so’ gibt es nicht mehr. In den Köpfen der Gesellschaft muss ein Umdenken stattfinden. Wir brauchen eine Generationenpolitik für diese Strukturveränderung“, forderte er deshalb jetzt bei seinem Vortrag auf der Vertreterversammlung der VR-Bank Westmünsterland in Borken-Burlo.

Sprachen über Auswirkungen des demografischen Wandels und entsprechende Lösungen (von links): Berthold te Vrügt (Bankdirektor VR-Bank Westmünsterland), Dr. Wolfgang Baecker (Vorstandsvorsitzender VR-Bank Westmünsterland), Demografieexperte Dr. Winfried Kösters und Georg Kremerskothen (VR-Bank Westmünsterland)
Foto: Wittenberg
„Diesem Strukturproblem begegnen wir an sämtlichen Stellen im Alltag. Als Genossenschaft organisiert, ist die VR-Bank Westmünsterland eine ‚Mehrgenerationen’-Bank – das Thema ist also auch für unsere Mitglieder relevant“, erklärte Berthold te Vrügt, Generellbevollmächtigter und Bankdirekt bei der VR-Bank Westmünsterland.

Im Forum des Gymnasiums Mariengarden rückte Kösters daher die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Region und entsprechende Handlungsnotwendigkeiten in den Fokus. „Angesichts der Differenzierung der verschiedenen Altersgruppen in puncto Kultur, Wertevorstellung etc. zeichnet sich ein Generationenkonflikt ab. Die Gesellschaft wird künftig weniger, bunter und älter sein“, prognostizierte Kösters. Doch diese Veränderung müsste weniger als Katastrophe, sondern vielmehr als gestaltbare Realität aufgefasst werden. Dazu müsse ein Umdenken in den Köpfen der Politiker und der Gesellschaft stattfinden, denn: „Die altersübergreifende Zusammenarbeit findet in den Parlamenten heute nicht mehr statt – das hat man zuletzt wieder an den jüngsten Wahlen gesehen, bei denen hauptsächlich ältere Kandidaten auf dem Wahlzettel standen. Wir machen schlichtweg Seniorenpolitik, dabei ist es insbesondere die jüngere Riege, die bereit ist, Veränderungen umzusetzen“, kritisierte Kösters und ergänzte: „Die Rente mit 63 ist ein Tritt in den Hintern aller jungen Leute, denn die werden dafür aufkommen müssen, dass diese Rentner versorgt sind. Die Interessen der jüngeren Generation bleiben vollkommen außer Acht. Und genau das muss in den Köpfen der älteren Generation ankommen und sich ändern – schließlich sind sie auf die jüngeren Menschen angewiesen.“ Er sprach sich daher für einen „Generationenrat“ aus.

Eine Absage erteilte der Demografieexperte auch dem „weiter so“ angesichts des Fachkräftemangels. Jeder zweite Arbeitsplatz, den heute Menschen im Alter von über 50 Jahre belegen, wird in Zukunft – wenn diese Arbeitnehmer in Rente gehen – nicht wieder besetzt werden können. „Es muss also etwas passieren. Wir haben eine gut ausgebildete junge Generation – die wird allerdings zum Teil weltweit abgeworben. Die Arbeitnehmer, die noch vor Ort sind, müssen zu guten Fachkräften weitergebildet und in der Region gehalten werden – das ist auch Aufgabe der Wirtschaft“, appellierte er. Dem westlichen Münsterland räumte der Publizist dabei gute Chancen im internationalen Wettbewerb ein, wenn „die Standortvorteile, die das Münsterland mit seinem starken Mittelstand und ansprechendem Umfeld hat, auch offensiv nach außen dargestellt werden.“

Von Anja Wittenberg Mittwoch, 4. Juni 2014
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