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Emsdetten: Breitbandausbau im Außenbereich startet

Emsdetten - „Jetzt geht’s los“, freute sich Emsdettens Bürgermeister Georg Moenikes beim offiziellen Spatenstich zum Next Generation Access-Breitbandausbau (NGA) im Ortsteil Veltrup. Die Umsetzung des Projekts sei ein weiterer wichtiger Schritt zur „Smart City“.

Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim offiziellen Start des Breitbandausbaus in den Außenbereichen der Stadt Emsdetten.
Foto: Stadt Emsdetten

„Die Welt verändert sich mit zunehmender Geschwindigkeit und die Digitalisierung wird immer mehr Bereiche unseres Lebens erfassen. Wir müssen allen die Möglichkeit geben, an dieser Entwicklung teilzuhaben – insbesondere auch den Menschen in den Außenbereichen“, betonte Regierungspräsidentin Dorothee Feller.

Den Zuschlag für den Breitbandausbau erhielten die Stadtwerke Emsdetten, die sich in einem Ausschreibungsverfahren durchsetzten. Bis Mitte 2019 werden die so genannten „weißen Flecken“ – also die Gebiete, die gemäß Förderprogramm als unterversorgt gelten, mit schnellem Internet versorgt. „Wir schließen 100 Prozent der unterversorgten Haushalte an das Glasfasernetz an“, erläuterte Geschäftsführer Jürgen B. Schmidt die Planungen. „Eine Technik, die nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bietet“, wie Matthias Schulze-Mantei vom Projektträger ateneKom bekräftigte. Auch Steffen Gräuler, Berater bei der Micus Strategieberatung und seit fast zwei Jahren im Projekt Emsdetten unterstützend tätig, begrüßte die Entscheidung zur sogenannten FTTB-Technik ausdrücklich. „Es gibt viele neue digitale Nutzungen und Glasfaser ist eine absolute Schlüsseltechnologie. Gerade für die Außenbereiche bedeutet die Glasfaser eine enorme Aufwertung.“ Worte, denen Heiner Stegemann, Ortslandwirt und als Vertreter der Landwirtschaft eingeladen, uneingeschränkt zustimmte: „Mir geht es da wie anderen Landwirten auch. Mir bleibt nur eine LTE-Lösung, bei der das Highspeed-Volumen oft schon Mitte des Monats erschöpft ist. Dann geht kaum noch was. Die Kinder haben Probleme mit dem normalen Surfen und ich kann meine Meldungen an die Landwirtschaftskammer kaum machen. Gut, dass sich da jetzt was tut.“

Dass es überhaupt so lange bis zum Baubeginn dauerte, sei dem aufwändigen Antrags- und Förderverfahren geschuldet. So ist Emsdetten trotz einer Vorlaufzeit von über zwei Jahren die erste Kommune im Regierungsbezirk Münster und erst die dritte in NRW, die den Förderbescheid in abschließender Höhe von Bund und Land in Empfang nehmen konnte. „Emsdetten ist schon seit vielen Jahren Vorreiter beim Thema Breitband im Kreis Steinfurt“, erklärten Birgit Neyer und Ingmar Ebhardt von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt, die zudem den guten Austausch zwischen Kreis und Kommune lobten.

„Einfach machen, das ist unsere Philosophie in Emsdetten“, betonte Bürgermeister Moenikes mit Blick auf das Projekt, das auf eine 15-monatige Bauzeit ausgelegt ist. Zunächst werden die Ortsteile Veltrup, Austum und Hembergen versorgt. Es folgen Isendorf, Aechterhoek und der Bereich Neuenkirchener Straße. Dritter Baustein sind die Ortsteile Ahlintel und Hollingen sowie der Bereich Südring. Am Ende des Projektes werden 53 Kilometer Tiefbau erfolgt sein. Geplant sind 378 Hausanschlüsse mit 474 potenziellen Kunden, die damit Zugang an die mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde symmetrische Datenautobahn erhalten.

André Reinke, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Emsdetten und zuständig für den Bereich Breitband, skizzierte die bisherige Breitbandentwicklung in Emsdetten: „Seit 2005 konnten wir mit verschiedenen Partnern mehrere Projekte realisieren. Stand zunächst die Wirtschaft im Mittelpunkt, konnte in den vergangenen Jahren auch die Versorgung in den Wohngebieten erheblich verbessert werden. Seit 2015 ist zudem auch die Funk- und Wlan-Versorgung in den Fokus gerückt. Und wir hatten stets die öffentlichen Gebäude im Blick.“ Vorläufiger Schlusspunkt war die Glasfaseranbindung aller Emsdettener Schulen über das Programm „Gute Schule“ in 2017. Ein Thema, das wiederum bei Regierungspräsidentin Feller auf offene Ohren stieß. „Aktuell fand eine Veranstaltung zum Thema ‚Digitales Lernen‘ in Münster statt, bei der unter anderem eine zeitgemäße Internetanbindung für die Schulen gefordert wurde. Schön, dass Emsdetten auch hier schon seine Hausaufgaben gemacht hat“, betonte sie.

Freitag, 6. April 2018
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